Donnerstag, 10. April 2008

Euro hat jetzt neues Rekordhoch erreicht: Kostete erstmals seit Einführung 1,5912 $

  • Leitzins im Euro-Raum bleibt dennoch unverändert
  • Gegen baldige Zinssenkung spricht die hohe Inflation

Trotz des Euro-Rekords bleibt der Leitzins im Euro-Raum vorerst unverändert. Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ ungeachtet der Sorge um die Wirtschaft den wichtigsten Leitzins zur Versorgung der Kreditwirtschaft konstant bei 4,0 Prozent. Der Euro stieg unmittelbar vor der Zinsentscheidung auf einen neuen Höchststand von 1,5912 Dollar.

Der starke Euro bremst die Exportchancen der europäischen Wirtschaft. Deshalb werden Forderungen nach Zinssenkungen lauter, weil niedrige Zinsen Kredite für Unternehmen und Verbraucher verbilligen und die Wirtschaft anschieben. Seit Juni 2007 ist der Leitzins konstant.

Gegen eine baldige Zinssenkung spricht die hohe Inflation, die in den 15 Euro-Ländern im März mit 3,5 Prozent den höchsten Stand seit Einführung des Euro erreichte. Das ist weit über dem Zielniveau von knapp 2,0 Prozent, bei dem die EZB Preisstabilität als gewahrt ansieht. Die meisten Volkswirte rechnen inzwischen erst gegen Jahresende mit einer Zinssenkung, wenn die Finanzmarktkrise erste konjunkturelle Bremsspuren in Europa hinterlassen und die Inflation zurückgehen dürften.

Die britische Notenbank senkte zum dritten Mal seit Dezember 2007 ihren Leitzins um 0,25 Punkte auf nun 5,0 Prozent. Die US-Notenbank hat ihren Leitzins wegen der Konjunkturabkühlung bereits kräftig auf 2,25 Prozent gesenkt.

(apa/red)

10.4.2008 14:17