Der Heißhunger nach den Fußballtoren: Die delikate Dimension der Fußball-EURO 2008
- FORMAT: Das Catering zum ultimativen Großereignis
- 150 Sattelschlepper und 18 Kühllaster zum Transport

·GRAFIK: Die Fanmeile
auf der Ringstraße
Riesige Partyzone vom Rathaus bis Heldenplatz
·Für das Wohl der EURO-Fans ist gesorgt
Alle Infos zu den vier Fanzonen in Österreich
·Bier und Fußball sind einfach unzertrennlich
FORMAT über die Bier- seligkeit bei der EURO
Ob Promi oder gemeines Volk: Wenn das Runde in das Eckige muss, wird gegessen und getrunken - und daran verdient. Die Catering-Unternehem verdienen an den Spielen - und vor allem am Brot.
Montagvormittag, 7. April. Während Attila Dogudan die Abschlussarbeiten seiner 600-köpfigen-Crew nach dem Grand Prix in Bahrain beaufsichtigt, ist er mit seinen Gedanken schon in Wien. Zwar sind es noch exakt zwei Monate bis zum Anpfiff des ersten Spiels der EURO 2008, doch die Vorbereitungen für diesen Groß-Event haben längst begonnen.
Anfang 2007 bekam Österreichs bekanntester Gastronomie-Virtuose den Zuschlag für das VIP-Catering in den Stadien während der Fußball-Europameisterschaft 2008. Seitdem wird unter Hochdruck auf das sportliche Großereignis hingearbeitet. Im Laufe der EM mit insgesamt 31 Spielen in acht Stadien - je vier in der Schweiz und Österreich - soll Do & Co VIPs, Medienvertretern, Sportlern und Funktionären geschätzte 200.000 Menüs servieren. Und das auf höchstem Niveau, denn für rund 25 Millionen Euro Umsatz, die das Fußballfest Dogudan einbringt, muss Entsprechendes geboten werden.
Tonnenweise Delikatessen
Der logistische Aufwand dafür ist selbst in Großküchendimensionen ungeheuer. 150 Sattelschlepper und 18 Kühllaster sind notwendig, um die enormen Mengen an Nahrung, Geschirr und Küchenequipment an die Orte ihrer Bestimmung zu bringen. So werden etwa 40.000 Kilo Rindsfilet, 650.000 Garnelen und 25.000 Kilo frischer Fisch für die hungrigen Promi-Sportfans bereitgehalten. Ein großer Teil davon - so stand es schon in den Ausschreibungsbedingungen - stammt aus österreichischer oder eidgenössischer Produktion. Um die Tonnen feinster Delikatessen entsprechend verarbeiten und präsentieren zu können, wird Dogudan mit gut 2.000 Mitarbeitern anrücken müssen.
Während Dogudan die VIPs in den Stadien mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnt, ist die Gastronomie auf den heimischen Fanmeilen Sache der österreichischen Event-Firma Impacts, die mit Life Ball, Donauinselfest oder Bon-Jovi-Konzert langjährige Erfahrung bei der Ausrichtung von Großveranstaltungen hat. Als Generalgastronom betreibt Impacts zwar selbst keinen der allein in Wien 53 Getränke- und 33 Imbissstände, ist jedoch für das VIP-Catering der sogenannten Sky-Boxen zuständig, in denen täglich bis zu 1.500 Promis verköstigt werden.
Beispiellose Größenordnung
Auch die Gesamtlogistik von Essen und Trinken liegt in ihrer Verantwortung. Entsprechend hat Impacts-Chef Christian Chytil vor der anstehenden Aufgabe Respekt: "Das ist von den Dimensionen her natürlich das mit Abstand größte, was es je in Österreich gegeben hat." Neben den Fanmeilen wird Impacts auch noch ein gigantisches Kaffeehaus betreiben, das zwischen Kunst- und Naturhistorischem Museum in Wien errichtet wird und 800 Menschen Platz bieten soll. Allein dort erhofft sich Chytil zwei Millionen Euro Umsatz für sein Unternehmen. Rechnet man die rund sechs Millionen Umsatz für die Fanmeilen sowie 1,5 Millionen für den VIP-Bereich dazu, darf der Caterer auf zehn Millionen Euro Einnahmen hoffen. Die direkten Umsätze an den Ständen liegen freilich weit höher.
Mehr dazu lesen Sie im aktuellen FORMAT 15/2008.










