Mit Offensivpower zurück in die Weltspitze:
Österreich peilt Aufstieg in die A-Gruppe an
- NHL-Star Thomas Vanek verstärkt Offensivabteilung
- Weltrekordler Südkorea: einst 92:0 über Thailand

Will die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM der Division I in Innsbruck den Wiederaufstieg in die A-WM schaffen, darf der erste Gegner kein Stolperstein sein. Die ÖEHV-Auswahl startet heute gegen Aufsteiger Südkorea in das Turnier. "Südkorea solltest du schlagen. Wir wollen aufsteigen, aber das wird nicht so einfach, wie viele glauben", warnte Christoph Brandner davor, die Gegner zu unterschätzen.
Teamchef Lars Bergström hat seine Linien schon gefunden. NHL-Star Thomas Vanek wird mit Center Thomas Koch und Kapitän Dieter Kalt spielen und auch im Powerplay die Führungsrolle haben. Der ebenfalls NHL-erfahrene Brandner stürmt mit Philipp Lukas und Oliver Setzinger, Roland Kaspitz führt als Center seine Flügel Matthias Trattnig und WM-Neuling Thomas Raffl, für Bergström die beste Linie der Vorbereitung. In der vierten Linie dürften Daniel Welser, Marco Pewal und Markus Peintner zum Zug kommen.
Gute Balance gesucht
"Es geht darum, vier gute Linien zu haben, eine gute Balance in der ganzen Mannschaft", sagte der Teamchef, der über den Auftaktgegner wenig weiß. "Von Südkorea wissen wir am wenigsten. Aber wir müssen Vertrauen in unser System haben", erklärte er. Auch Dieter Kalt kann nicht genau abschätzen, was zu erwarten ist, will aber auch nicht zu weit nach vor schauen. "Wir denken nur von Spiel zu Spiel. Südkorea wird nicht die beste Mannschaft des Turniers sein, aber wir stellen uns so darauf ein, als wäre sie die beste", meinte der Routinier, der nach der langen Vorbereitungszeit froh ist, "dass es endlich los geht".
Für Brandner ist es wichtig, dass man einfaches Eishockey spielt und nicht die Vorgaben über Bord wirft. "Wir müssen schauen, dass wir einen guten Start haben. Südkorea dürfte kein Thema sein, aber wir dürfen auch nicht glauben, dass wir jetzt alle großartige Spielmacher sind und zu zaubern beginnen", hofft er auf taktische Disziplin. Und mit einem Schmunzeln nahm er zur Kenntnis, dass es immerhin gegen den Weltrekordler geht, führt doch Südkorea nach einem 92:0 über Thailand die Wertung der höchsten Siege an. Brandner: "Da müssen wir uns anhalten."
Südkorea gilt als Eishockey-"Zwerg"
Tatsächlich ist das Rekordteam international ein "Eishockey-Zwerg" und auch regional im Schatten von Japan. Laut Statistik des Internationalem Eishockey-Verbands (IIHF) sind in Südkorea nur 155 Erwachsene als Spieler registriert. Erstmals in die Schlagzeilen hat das südkoreanische Eishockey ein ganz Großer gebracht. Der fünffache Stanley-Cup-Sieger Esa Tikkanen, Teamkollege von Wayne Gretzky, heuerte im Jahr 2004 beim Club Anyang Halla an und kam in 30 Spielen auf 8 Tore und 17 Assists.
Mittlerweile spielen einige Legionäre bei den zwei koreanischen Top-Clubs. In Anyang setzt man auf Tschechen mit Trainer Otakar Vejvoda, High 1 hat Nordamerikaner unter Vertrag. Die beiden Mannschaften nehmen auch an der Asian Ice Hockey League (AIHL) mit vier Vereinen aus Japan und einer Mannschaft aus China teil. High 1 hat die Dominanz der Japaner im Vorjahr kurz unterbrochen, als man erstmals die Tabelle anführte. Das Nationalteam hat im Vorjahr seinen größten Triumph gefeiert, sich gegen Australien, Israel, Mexiko und Island durchgesetzt und erstmals den Aufstieg in die zweite WM-Leistungsstufe geschafft. In Innsbruck gelten die Asiaten als krasse Außenseiter.
(apa/red)
