Mit Vanek wird Österreich erstklassig: NHL-
Star will das Team wieder zur A-WM führen
- Steirer: "Es ist schön, für Österreich zu spielen"
- Teamchef hofft auf zusätzliches Selbstvertrauen

·Reguläre NHL-Saison ist zu Ende gegangen
Tom Vanek mit 36 Toren 13. der NHL-Schützenliste
Die Eishockey-WM der Division I in Innsbruck hat sein großes Aushängeschild und das österreichische Nationalteam seinen großen Star. Allüren sucht man bei Thomas Vanek vergeblich. Der 24-jährige Steirer will sich ganz in den Dienst der Sache stellen und die rot-weiß-rote Auswahl von Teamchef Lars Bergström wieder in die A-WM führen.
Vanek hat im Sommer bei den Buffalo Sabres einen 50-Millionen-Dollar-Vertrag unterschrieben, doch auch für eine B-WM ist er sich nicht zu schade. Dank dafür lehnt er ab. "Bei mir braucht sich keiner bedanken, mich braucht keiner überreden. Ich mache das gerne, es ist schön, für Österreich zu spielen", erklärte der Stürmer kurz nach seiner Ankunft in Tirol. Eine Absage stand ebenso wenig zur Diskussion wie ein Nationenwechsel für den Steirer, der seit zehn Jahren in Nordamerika lebt und auch schon gefragt wurde, ob er nicht für die USA spielen wolle. "Ich habe abgelehnt. Meine Eltern leben da, ich werde immer Österreicher bleiben", betonte Vanek.
"Buffalo war sehr positiv"
Auch die Sabres haben ihrem besten Torjäger (36 Treffer) nichts in den Weg gelegt. "Buffalo war sehr positiv. Sie haben gewusst, dass Österreich in B spielt und haben ein bisschen gelacht, dass wir gegen Südkorea spielen", sagte er. Ihn werde die Umstellung von der NHL mit regelmäßig über 18.000 Zuschauern auf einen exotischen Gegner vor 3.000 Fans keine Probleme bereiten. "Ich war auf das Play-off eingestellt, aber jetzt freue ich mich, dass ich noch eine Woche spielen kann." Auch Hüftprobleme, die ihn seit rund zwei Monaten plagen, hinderten ihn nicht.
Mit etwas Jetlag-Müdigkeit, aber voll motiviert, will er daher nach Verpassen des NHL-Play-offs zumindest mit dem österreichischen Team die Saison erfolgreich ausklingen lassen. "Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich versuchen, den Stanley-Cup nach Österreich zu bringen. Hoffentlich schaffe ich es einmal, das wäre ein Riesenerfolg. Aber für Österreich wäre es wichtig, in der A-Gruppe zu spielen. Ich werde alles geben, damit wir aufsteigen. Wir haben genug gute Spieler, dass wir das schaffen können", gab er sich betont zuversichtlich.
Dreimal wird er noch mit der Mannschaft trainieren können, um sich auf seine Mitspieler einzustellen und ins Team zu integrieren. Den Star heraushängen lassen, das entspricht nicht seinem Naturell. "Ich bin keiner, der etwas verlangt oder herumschreit. Ich bin einer, der sich neben die anderen hinsetzt und am Eis seine Arbeit macht", stellte er klar. Viele Spieler kennt er aber ohnehin vom U20-Nationalteam oder der A-WM 2004 in Prag, als er als 20-jähriger Collegespieler in der Sturmreihe mit Dieter Kalt und Matthias Trattnig Topscorer der Österreicher war (2 Tore, 5 Assists).
Bergström baut auf Vanek
Diese Linie wird es diesmal aber wohl nicht geben. "Die Situation war damals ein bisschen anders. Es waren einige Center verletzt und Dieter hat damals öfter Center gespielt", sagte Teamchef Bergström, der damals Co-Trainer beim Team war. "Man muss eine Lösung für seine Linie finden, aber auch für die anderen. Wenn wir das gut machen, dann ergibt eins plus eins drei", so Bergström. Der Schwede wird also nicht alles auf seinen Star zuschneiden, wenngleich er sportlich und menschlich den Hut vor ihm zieht.
"Vanek sagt das nicht als leere Worte. Er hat eine sehr gute Charaktereinstellung. Er hat Riesiges geschafft, ist aber am Boden geblieben. Er wird uns Energie und Selbstvertrauen bringen", so Bergström, der Österreichs Sportler des Jahres 2007 nicht nur auf eine Verstärkung für das Unternehmen Wiederaufstieg reduziert. "Ich gratuliere Thomas, was er geleistet hat, und auch Österreich, dass man so einen Top-Sportler hat. Er hat viel Werbung für Österreich gemacht und ist ein super Vorbild für die nächste Generation. In Schweden haben die ersten Profis in der NHL für einen Durchbruch gesorgt", erklärte der 51-Jährige.
Vanek ist übrigens nur für das Turnier über den Atlantik geflogen, für Privates wird er diesmal kaum Zeit haben. Denn er ist ohne Freundin Ashley und Sohn Blake Thomas (8 Monate) gekommen und wird unmittelbar nach der WM wieder nach Minnesota fliegen, wo er seinen Teil zu den Vorbereitungen auf die Hochzeit im Juli leisten muss.
(apa/red)
