Donnerstag, 10. April 2008

ManU will sich CL-Pokal wieder auf die Insel
holen: Letzter Sieg bereits neun Jahre her

  • Halbfinal-Duell mit Barcelona: Tore garantiert
  • Letzte Begegnungen in CL endeten jeweils 3:3

Die Chancen, dass die wertvollste Trophäe des europäischen Club-Fußballs heuer auf die Insel wandert, ist sehr groß. Sicher ist schon jetzt, dass wie 2005, 2006 und 2007 ein englischer Verein im Finale um den Titel spielen wird. Zu den Kandidaten für eine Fahrkarte nach Russland gesellten sich nach Liverpool und Chelsea, noch Manchester United und der FC Barcelona.

ManU, zuletzt vor neun Jahren im Endspiel, hatte nach dem 2:0-Sieg im Hinspiel einen ruhigen Abend in Old Trafford gegen AS Roma, die vor einem Jahr im "Theater der Träume" ein 1:7-Debakel erlitten hatte. Diesmal begnügten sich die Schützlinge von Alex Ferguson, der Cristiano Ronaldo und den erst im Finish eingewechselten Wayne Rooney, die Torschützen von Rom, nicht in der Startelf aufgeboten hatte, mit einem im Schongang errungen 1:0. Dass es kein 1:1 wurde, verdankten die "Roten Teufel" Daniele de Rossi, der einen mehr als umstrittenen Foulelfer über die Latte donnerte.

"Das war das schlimmste Erlebnis meiner Karriere", gestand der Römer. Und so stellte ManU einen neuen CL-Rekord auf, elf Heimsiege en suite hat in der "Königsklasse" noch niemand geschafft, bei zehn hält Juventus Turin. Den Leader der englischen Premier League führt das Semifinale nun ins Camp Nou, in dem er 1999 gegen Bayern München (2:1) durch zwei späte Tore seinen zweiten Titel europäischen Meistertitel nach 1968 geholt hat. Auf dem Weg ins 99er-Finale hatte ManU in der Gruppen-Phase zweimal gegen Barca gespielt.

"Das waren denkwürdige Spiele", erinnert sich Ferguson an offensive Partien und zwei 3:3. "Wir wollen zeigen, welch gutes Team wir sind. Barca hat eine fantastische Historie, doch wenn wir komplett sind, haben wir eine sehr, sehr gute Chance", meinte der Schotte, dessen Römer Kollege ihm Mut machte. "ManU hat das Potenzial dafür. Gegen uns waren die Engländer in beiden Spieler besser und stiegen verdient auf", erklärte Luciano Spalletti, der abermals auf Kapitän Francesco Totti hatte verzichten müssen und mit der Vorstellung seiner Mannen nicht unzufrieden war.

Ebenfalls 1:0, aber nicht überzeugend oder gar souverän agierte Barcelona im Heimspiel gegen FC Schalke, der schon das Hinspiel mit dem gleichen Resultat verloren hatte. Und wie vorige Woche zeigten die Deutschen wieder 45 Minuten lang eine wirklich starke Vorstellung, diesmal war dies vor der Pause der Fall. Im Camp Nou traf Yaya Toure zwei Minuten vor der Halbzeit zum Goldtor und beendete damit praktisch vorzeitig die Hoffnung auf die erste Viertelfinal-Teilnahme der "Königsblauen" in der Champions League.

"Ich finde, wir haben unser bestes Saisonspiel gemacht", befand Kapitän Marcelo Bordon und Mittelfeldmann Jermaine Jones erklärte: "Wir haben Barca in der ersten halben Stunde an die Wand gespielt, aber leider kein Tor erzielt." Der Trainer empfand das 0:1 knapp vor der Pause wie einen "Nackenschlag". "Wir haben ein sehr gute Spiel gemacht, flüssige Kombinationen gezeigt. Aber es fehlt uns leider noch ein wenig die Erfahrung in der Champions League", resümierte Mirko Slomka, dessen Arbeitgeber aus dem internationalen Geschäft rund 40 Mio. Euro einnahm.

Im Lager der Katalanen, die zuletzt 2006 im Finale gegen Arsenal die Champions League gewannen, freut man sich schon auf das Wiedersehen mit ManU. "Das werden zwei große Spiele gegen eine Mannschaft, die sich in Top-Form befindet und sehr guten Fußball spielt. In der Runde der letzten vier ist das Niveau so eng beisammen, das kann alles passieren, kann man keinen Favoriten nennen", sagte Trainer Frank Rijkaard, der im ersten Spiel daheim am 23. April auf seinen wegen gelber Karten gesperrten Kapitän Carles Puyol verzichten muss.

(apa/red)

10.4.2008 23:39