Samstag, 12. April 2008

Ein so richtig hart verdienter Arbeitssieg:
SK Rapid kommt dem 32. Meistertitel näher

  • Hoffer erlöst Grün-Weiße mit wichtigstem Karrieretor
  • Schinkels würde gern jede Woche im Hanappi spielen

Den Glanz eines Champions hat der SK Rapid nicht ausgestrahlt. Dafür präsentierten sich die knapp 18.000 Fans im Hanappi-Stadion in Meisterform und trugen die Grün-Weißen zu einem 2:1-Arbeitssieg über den Abstiegskandidaten Austria Kärnten, der die Hoffnungen auf den 32. Titelgewinn bis zur 86. Minute schwinden ließ, ehe Erwin Hoffer sein bisher vielleicht wichtigstes Tor erzielte.

Der Stürmer, dessen bis 2009 laufender Vertrag laut Sportdirektor Alfred Hörtnagl noch vor der EURO bis 2011 verlängert werden könnte, wurde danach gemeinsam mit seinen Kollegen von den Zuschauern noch eine "Rapid-Viertelstunde" nach Spielende enthusiastisch gefeiert, was wiederum bei Trainer Peter Pacult Begeisterung auslöste. "Sie waren großartig und haben uns immer nach vorne getrieben."

Sonderlob von Pacult
Diese Unterstützung hatte Rapid nach dem schnellen Rückstand bitter nötig. "Dadurch konnten wir nicht umsetzen, was wir uns vorgenommen haben", erzählte Pacult. Die Mannschaft habe aber die richtige Reaktion gezeigt. "Sie hat immer weiter nach vorne gespielt und sich den Sieg erarbeitet, aber auch verdient", sagte der Wiener und ließ im Hinblick auf das Titelrennen ("Wir schauen von Spiel zu Spiel") einen gewohnten Spruch vom Stapel.

Entgegen seiner Gepflogenheiten verteilte Pacult diesmal sogar Sonderlob, namentlich hob er den aufgrund der Verletztenmisere als Innenverteidiger agierenden Markus Heikkinen und vor allem den überragenden Steffen Hofmann, der per Freistoß zum 1:1 traf, hervor. "Wir können froh sein, dass wir diese Leute haben, sonst wären wir nicht so weit vorne. Steffen hat sowohl läuferisch als auch spielerisch eine sensationelle Leistung geboten."

Manndeckung gegen Hofmann
Der Deutsche wurde von Gerald Krajic in Manndeckung genommen, was mit Gelb-Rot für den Kärntner in der 71. Minute endete, bei Hofmann Kopfschütteln ("So etwas ist mir schon lange nicht mehr passiert, dass mir einer die ganze Zeit hinterherrennt") auslöste und Pacult über zeitgemäße und weniger zeitgemäße Praktiken im Fußball sinnieren ließ.

Kärnten-Trainer Frenkie Schinkels hingegen rechtfertigte seine Maßnahme. "Ich weiß auch, dass das nicht das Modernste ist, aber ich habe eben keine anderen Mittel." Taktische Ausrichtungen seines Teams solle man ihm selbst überlassen, meinte Schinkels und wies darauf hin, dass 2004 "eine Mannschaft mit nicht so modernem Fußball (Anm.: Griechenland)" Europameister wurde.

Gelbe Karten wie McDonald's-Gutscheine
Mehr als die Niederlage ärgerte Schinkels die Tatsache, dass er im wohl entscheidenden Match gegen den Abstieg daheim gegen Ried auf die gesperrten Krajic, Patrick Wolf und Manuel Weber, an dem Rapid Interesse hat, verzichten muss. "Der Schiedsrichter hat Gelbe Karten wie McDonald's-Gutscheine verteilt", sagte der gebürtige Niederländer.

Bei seinem Abgang nach der Pressekonferenz wies ihn Pacult deswegen an, nicht auf die Gutscheine zu vergessen und bekam dafür prompt die Retourkutsche. "Ja genau, wir fahren zum McDrive - mit dem Hiden." Der Innenverteidiger hatte unter Pacult seinen Stammplatz verloren und war aus diesem Grund leihweise von Rapid nach Kärnten gewechselt, fehlte diesmal aber verletzungsbedingt.

Für Rapid gab es von Schinkels aber nicht nur Sticheleien. "Wir haben heute gegen den künftigen Meister gespielt. Es war wunderschön, hier zu spielen und ich würde das am liebsten jede Woche tun - aber mit anderen Ergebnissen."

(apa/red)

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12.4.2008 13:25