BMW etabliert sich in Bahrain ganz vorne:
Massa sorgt für "Wiedergeburt in der Wüste"
- Theissen glaubt an ersten BMW-Sieg in dieser Saison
- Ferrari bejubelt Doppelsieg, Hamilton völlig enttäuscht

·Pressestimmen zum Bahrain-Grand Prix
Italienischer Jubel über Massa-"Auferstehung"
·Ferrari-Doppelsieg im GP von Bahrain
Massa gewinnt vor Team- kollege Kimi Räikkönen
·Ferrari-Duo zieht der Konkurrenz davon
BILDER: Das war der F1- Grand Prix von Bahrain
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Zwei Ferrari, dahinter zwei BMW-Sauber. Der Grand Prix von Bahrain könnte der Formel 1 eine neue Hackordnung beschert haben. BMW hat sich in Sakhir neben Ferrari und McLaren-Mercedes endgültig im Konzert der ganz Großen etabliert. In der Konstrukteurs-WM übernahm das deutsch-schweizerische Team nach drei Rennen sogar die Führung. Nach der ersten Pole Position der Geschichte durch den Polen Robert Kubica scheint auch der erste Rennsieg nur noch eine Frage der Zeit.
BMW hatte nach seiner Rückkehr in die Königsklasse erst von 2000 bis 2005 als Motorenpartner für Williams fungiert, ehe man 2006 auszog, um gemeinsam mit Sauber die Formel-1-Welt zu erobern. Der Hersteller aus München übernahm mit Jahresbeginn 2006 die Mehrheit am Rennstall des Schweizers Peter Sauber und hatte fortan sein eigenes Werksteam. Der Rest ist eine Erfolgsgeschichte. Langfristig will BMW den WM-Titel. Erklärtes Etappenziel für die laufende Saison ist der erste Grand-Prix-Sieg.
Spannender Team-Dreikampf
"Ich bin zuversichtlich, dass wir das noch in dieser Saison schaffen werden", erklärte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. "Es ist unser Ziel, das Entwicklungstempo der beiden etablierten Topteams mitzugehen." Dadurch würde der Formel 1 über 18 Rennen ein Dreikampf erhalten bleiben, wie er derzeit in der Konstrukteurswertung herrscht. BMW liegt drei Wochen vor dem Europa-Auftakt in Montmelo bei Barcelona lediglich einen Punkt vor Ferrari und einen weiteren vor McLaren. Im Grand Prix von Spanien werden alle Teams mit neuen Entwicklungspaketen antreten.
Konkurrenz hat Kubica auf der Rechnung
"Daher wird Barcelona ein entscheidender Meilenstein für den Rest der Saison", sagte Theissen. Die Konkurrenz nimmt BMW mittlerweile ebenfalls für voll. Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali hat mit Kubica sogar einen Piloten in der Fahrer-WM auf seiner Rechnung. "Er ist ein Fahrer, von dem ich glaube, dass er bis zum Ende der Saison um den Titel kämpfen kann", erklärte der Italiener. Fünf Punkte fehlen dem 23-jährigen Polen derzeit auf Weltmeister Kimi Räikkönen, der als Zweiter mit dem 50. Podestplatz seiner Karriere die WM-Führung übernommen hatte.
"Massas Wiedergeburt in der Wüste"
Ferrari bejubelte in Bahrain den ersten Doppelsieg der Saison. Vor allem der Brasilianer Felipe Massa zeigte sich nach seinem sechsten GP-Sieg erleichtert, war er doch mit zwei Nullnummern gestartet und in italienischen Medien bereits heftig in die Kritik geraten. "Die WM hat unter sehr dunklen Wolken für mich begonnen. Jetzt sehe ich die Sonne wieder", philosophierte der 26-Jährige. "Massas Wiedergeburt in der Wüste", titelte die "Gazzetta dello Sport" versöhnlich. "Der Alptraum ist zu Ende."
McLaren und Renault als große Verlierer
Die Verlierer des Wochenendes waren McLaren und Renault. Während das ehemalige Weltmeister-Team Renault seine mäßigen Leistungen fortsetzte und ohne Punkte blieb, verlor McLaren-Jungstar Lewis Hamilton seine WM-Führung mit Platz 13 an Räikkönen. Der 23-jährige Engländer nahm die Schuld dafür allerdings auf sich. "Ich habe das Team im Stich gelassen", sagte Hamilton. Er habe beim Start einen Bedienungsfehler begangen. Danach verlor er in einer Kollision mit seinem Ex-Stallrivalen Fernando Alonso den Frontflügel.
Alonso hat Titelträume schon abgeschrieben
In der WM liegt Hamilton nun punktegleich mit seinem Teamkollegen Heikki Kovalainen und Kubica auf Platz drei. Zweiter ist der deutsche BMW-Pilot Nick Heidfeld, dem drei Zähler auf Räikkönen fehlen. Seine Titelträume längst abgeschrieben hat Alonso, der im Renault erneut hinterherfuhr. Der spanische Doppelweltmeister hat sich mittlerweile an den unbefriedigenden Alltag im Mittelfeld gewöhnt. "Wir sind im Moment einfach nicht konkurrenzfähig", beklagte sich Alonso, der nicht über Rang zehn hinauskam. Ein Aerodynamik-Paket soll bis zu seinem Heimrennen in Barcelona Abhilfe schaffen. (apa/red)
