Kate Allen träumt von Olympia-Teilnahme:
Triathletin trotz Verletzungen optimistisch
- Gesicht und Daumen bereiten derzeit größte Sorgen
- Olympiasiegerin verzichtet auf Schuldzuweisungen

·Kate Allen in Neusee- land schwer gestürzt
Olympiasiegerin verlor bei Rad-Unfall 3 Zähne
Das Gesicht zerschunden, den rechten Arm mit Daumen in Gips, Schmerzen im Brustbereich, so ist die Triathletin Kate Allen nach ihrem Horrorsturz in Neuseeland am Innsbrucker Flughafen gelandet und gab bereitwillig sofort Interviews. Den Traum, ihren Olympiasieg von Athen in Peking zu verteidigen, hat die Tirolerin aber trotz schwerer Verletzungen noch nicht begraben. Nach der Ankunft in Innsbruck ging es sofort zu weiteren Untersuchungen ins Sanatorium Hochrum.
"Mir geht es relativ gut, ich habe für die Flüge von Neuseeland über Bangkok und Frankfurt aber auch Schmerzmittel genommen", meinte Allen, die in knapp zweieinhalb Wochen 38 Jahre alt wird. Wobei das Wort "relativ" wichtig ist: Immerhin stürzte die Olympiasiegerin beim Weltcup in New Plymouth (NZE) mit dem Rad bei 60 km/h. Sie schlug sich drei Zähne aus, verletzte sich am Daumen und ihre Gesichtsverletzungen mussten mit 20 Stichen genäht werden.
"Die Rippen sind nicht gebrochen, auch nicht geprellt. Ich habe nur ein schmerzhaftes Hämatom in der Brust", schilderte Allen. Auch im Knie habe sie Schmerzen, das gehe aber, sei kein Problem.
Gesicht und Daumen bereiten Sorgen
Die Befürchtung von Kate Allen, dass ihr Daumen gebrochen sein könnte und eine Operation notwendig sei, hat sich nach einer Untersuchung am durch den Unfallchirurg und Sporttraumatologen Christian Fink in Hochrum nicht bestätigt. "Der Daumen ist nicht gebrochen und muss auch nicht operiert werden. Das Seitenband im Daumen ist gerissen, sie bekommt eine Schiene", sagte der Mediziner gegenüber der APA. Auch die Gesichtsverletzungen setzen ihr zu. "Ich muss schauen, dass ich so schnell wie möglich wieder ins Wasser kann", sagte sie, allerdings will sie freilich nicht nicht, dass durch extreme Narben zurückbleiben. "Das ist nicht so schön", schilderte die zierliche Triathletin.
Training im Salzwasser geplant
Mit der Schiene, die den Gips ersetzt, ist für die Triathletin in Bälde auch wieder Rad- und Schwimmtraining möglich. Die großflächigen Abschürfungen im Gesicht seien "am schlimmsten, das muss man abheilen lassen", betonte Fink. Erst wenn die Wunden grob verheilt sind, könne Allen das Training in ihrer schwächsten Disziplin, dem Schwimmen, wieder aufnehmen. Das sollte in zehn Tagen möglich sein, meinte der Arzt, der dem Plan der Olympiasiegerin, das Schwimmen von Pools mit Chlorwasser in Salzwasserschwimmbecken zu verlegen, viel Positives abgewinnen konnte.
Ob ein Start bei der EM in Lissabon am 10. Mai möglich ist, könne noch nicht beurteilt werden und hänge vom Heilungsverlauf ab. "Das muss man sich von Tag zu Tag anschauen. Es ist aber sicher nicht ausgeschlossen." Vom Chirurgen ging es für Allen gleich weiter zum nächsten Arzttermin. Die 37-Jährige musste zum Zahnarzt, da sie sich bei dem Sturz Teile von drei Zähnen ausgeschlagen hatte.
Allen verzichtet auf Schuldzuweisungen
Schuld an ihrem Sturz in Neuseeland will sie aber niemandem geben. "Es kann in jedem Rennen etwas passieren", sagte Allen. "Es bringt nichts, böse zu sein auf jemanden. Ich will nur nach vorne schauen."
Tirols Triathlonpräsident Julius Skamen, will die genauen Umstände ihres Sturzes aber doch untersuchen. Er hat ein Video des Schweizer Verbandes schon gesehen, sagte aber: "Genau kann man es auch nicht erkennen. Noch dazu verzerrt das Zoom den ganzen Unfallhergang."
(apa/red)
