Montag, 7. April 2008

Auch in Frankreich Proteste gegen China: Olympischer Fackellauf in Paris gestört

  • Flamme musste in Bus in Sicherheit gebracht werden
  • IOC-Präsident zeigt sich wegen Protesten besorgt

Der olympische Fackellauf in Paris musste wegen der Proteste gegen die chinesische Chinapolitik unterbrochen werden. Die Fackel wurde von Polizisten in einem Bus in Sicherheit gebracht werden. Nach den massiven Protesten in London versammelten sich auch in Paris tausende Menschen entlang der Strecke, um gegen die Tibet-Politik Chinas zu protestieren. Frankreich ist die letzte europäische Station des olympischen Feuers. Die Fackel reist danach weiter nach San Francisco.

Rund 3.000 Polizisten wurden von den französischen Behörden aufgeboten, um Störungen des olympischen Fackellaufs wie zuvor in London zu verhindern. Die Sicherheitskräfte sollten die rund 80 Fackelträger, welche die olympische Flamme vom Eiffelturm quer durch Paris tragen, zu Fuß, auf Motorrädern oder Inline-Skates begleiten. Kritiker der chinesischen Tibet-Politik kündigten Proteste an. Zuvor äußerte sich IOC-Präsident besorgt über die Proteste, meinte aber auch, dass Gewalt mit dem Olympischen Gedanken nicht zu vereinbaren sein.

China protestierte gegen die Störungen während des Fackellaufs in London. Einige "tibetische Separatisten" hätten versucht, die Veranstaltung "zu sabotieren", wurde ein Sprecher des Organisatorenkomitees der Olympischen Sommerspiele von der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zitiert. Ihr Verhalten sei "abscheulich".

Proteste in London
Der Fackellauf durch London war wiederholt von massiven Protesten begleitet worden. Ein Demonstrant versuchte, die Flamme einer Läuferin zu entreißen, ein weiterer wollte sie mit einem Feuerlöscher löschen. 37 Personen wurden nach Polizeiangaben festgenommen. Bürgerrechtler und Tibet-Aktivisten wollten mit den Protestaktionen auf die Menschenrechtssituation in China aufmerksam machen.

IOC-Präsident besorgt
Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, hat erklärt, er sei "sehr besorgt" über die Protestaktionen beim olympischen Fackellauf in London. "Ich bin über die internationale Lage sehr besorgt und darüber, was in Tibet passiert", erklärte Rogge in einer Rede der Assoziation nationaler Olympischer Komitees in Peking. Er richtete einen Appell für eine friedliche Lösung der Tibet-Krise an Peking und verurteilte den Gebrauch von Gewalt. Gewalt sei mit den olympischen Werten nicht vereinbar.

Die Regierung in Peking steht nicht nur wegen ihres Vorgehens gegen die anti-chinesischen Proteste von Tibetern international in der Kritik, sondern auch wegen der Menschenrechtslage im eigenen Land generell und mit Blick auf den Bürgerkrieg in der sudanesischen Region Darfur wegen ihrer Beziehungen zur Regierung in Karthum wegen deren Unterstützung von Rebellen.

"Wir appellieren für eine rasche und friedliche Lösung der Krise in Tibet, die eine Protestwelle in der Welt ausgelöst hat", sagte Rogge. "Was immer auch der Grund sein mag, Gewalt ist nicht mit den Werten des Olympischen Feuers oder den Olympischen Spielen vereinbar." (apa/red)

7.4.2008 13:42