Clinton sitzengelassen: Wahlkampfstratege
kündigt wegen Differenzen seinen Posten
- Auslöser: Kein US-Wirtschaftsvertrag mit Kolumbien
- Barack Obama führt zur Zeit knapp vor Hillary Clinton
·Arme Clinton: Doppelt
so viel Geld für Obama
Barack nahm im März 40 Millionen $ Spenden ein
·Über Hillary Clinton kreist der Pleite-Geier
Wahlkampfschulden in Höhe von 5,5 Mio. Euro
·Clinton schießt jetzt scharf gegen Obama
Vorwurf: Er hindert die Wähler an Stimmabgabe!
·Hillary Clinton denkt nicht ans Aufgeben
Die nächsten zehn US-
Vorwahlen entscheiden
Die demokratische US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat in ihrem Vorwahlkampf einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen: Ihr Chefstratege Mark Penn trat zurück, weil er als Lobbyist die kolumbianische Regierung bei der Vorbereitung eines Freihandelsabkommens mit den USA beriet, wie Clintons Wahlkampfteam mitteilte. Genau dieses Abkommen wird von Clinton stark kritisiert. Die Diskussion um die Auswirkungen von Freihandelsabkommen auf die US-Wirtschaft sind ein wichtiges Wahlkampfthema für Clinton und ihren parteiinternen Rivalen Barack Obama.
"Nach den Ereignissen der vergangenen Tage" habe Penn seinen Rücktritt eingereicht, hieß es in der Erklärung von Clintons Wahlkampfleiterin Maggie Williams. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die Gesellschaft Burson-Marsteller, deren Geschäftsführer Penn ist, im Auftrag der kolumbianischen Regierung tätig war. Sie sollte versuchen, das von Clinton kritisierte Freihandelsabkommen in den USA durchzusetzen.
Clintons Position zielt vor allem auf die Stimmen von Arbeitern, die durch solche Freihandelsabkommen ihre Produktionsstandorte in den USA bedroht sehen. Insbesondere im US-Bundesstaat Ohio hatte Clinton im vergangenen Monat dank vieler Stimmen aus der Arbeiterschaft gewonnen. Penns Entschuldigung nach Bekanntwerden seiner Lobby-Tätigkeit für Kolumbien half nicht mehr, den Rücktritt abzuwenden.
Ein Treffen mit der kolumbianischen Botschafterin in Washington, Carolina Barco, Ende März nannte Penn einen Fehler. Auf diese Äußerung hin kündigte auch die kolumbianische Regierung ihre Zusammenarbeit mit Penn auf. Es fehle ihm an Respekt gegenüber Kolumbien, hieß es aus Bogota. Nach Angaben von Clintons Wahlkampfteam soll Penn, der bereits Bill Clinton und Tony Blair zu Wahlsiegen verhalf, aber mit seiner eigenen Beraterfirma weiter der früheren First Lady zur Seite stehen und Meinungsumfragen liefern.
Nicht der erste Verlust für Clinton
Der Verlust ihres Chefstrategen ist ein weiterer Rückschlag für Clinton, die sich mit Obama einen erbitterten Kampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur liefert. Sie musste bereits nach einigen Vorwahl-Niederlagen im Februar einen Teil ihres Teams austauschen. Unter anderem wurde Wahlkampfmanagerin Patti Solos Doyle durch Maggie Williams ersetzt.
Nach einer Zählung der Politik-Webseite realclearpolitics.com liegt Clinton nach den bisherigen Vorwahlen mit 1497 Delegierten hinter Obama mit 1628 Delegierten zurück. Obama hatte Clinton wiederholt für ihre engen Kontakte zu dem aus seiner Sicht korrupten Washingtoner Politsystem kritisiert. Er selbst stellt sich als Kandidat für einen Neuanfang dar. (APA/red)
