Samstag, 12. April 2008

Wahlkampf in Italien jetzt abgeschlossen: Letzte Appelle an Wähler von Kandidaten

  • Veltroni beendete Kampagne mit Mega-Veranstaltung
  • Wahlbetrugsskandal um Forza Italia-Senator Dell'Utri

Die italienischen Premierkandidaten haben in Rom ihre Wahlkampagnen abgeschlossen. Der Chef der Demokratischen Partei, Walter Veltroni, und sein Gegner Silvio Berlusconi richteten ihren letzten Appell an die Wählerschaft im Hinblick auf den Urnengang. Nach italienischem Wahlgesetz sind am Tag vor den Parlamentswahlen Wahlveranstaltungen verboten. Unterdessen wurde bekannt, dass Marcello Dell'Utri, Vertrauensmann von Oppositionschef Berlusconi, in einen Wahlbetrugsskandal verwickelt sein soll.

Veltroni beendete eine zweimonatige Wahlkampagne mit einer großen Veranstaltung auf der zentralen Piazza del Popolo in Rom, an der sich laut Organisatoren über 100.000 Menschen beteiligten. Tausende PD-Anhänger jubelten Veltroni zu, der sich siegessicher zeigte. "Die PD hat endlich frischen Wind in die italienische Politik gebracht", sagte Veltroni. Gefeiert wurde das Ende der Wahlkampagne mit einem Konzert des Popsängers Jovanotti, der Veltronis Wahlkampf aktiv unterstützt hat.

Zu einem direkten TV-Duell zwischen Veltroni und seinem Herausforderer Berlusconi kam es zwar nicht, beide Politiker traten jedoch gestern Abend bei der von Canale 5 gesendeten Politshow "Matrix" auf. Moderator Enrico Mentana interviewte Veltroni live im ersten Teil der Sendung, danach war Berlusconi an der Reihe, sich der Fragenserie des Starjournalisten zu unterziehen.

Angeblicher Wahlbetrug um Berlusconi-Senator
Marcello Dell'Utri, Vertrauensmann von Oppositionschef Berlusconi und Senator seiner Partei Forza Italia, ist angeblich in den Sog eines Wahlbetrugskandals geraten. Nach Angaben italienischer Medien soll der einflussreiche Mafia-Clan Piromalli über einen skandalumwitterten Finanzier Kontakte zu Dell'Utri aufgenommen haben.

Die Mafia-Familie habe Druck ausgeübt, damit die im Ausland lebenden Italiener den sizilianischen Parlamentarier wählen. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft überprüft 50.000 Stimmzettel der Auslandsitaliener, die bereits gewählt haben. In Italien sind am Sonntag und Montag Parlamentswahlen geplant.

(apa/red)

12.4.2008 14:21