Samstag, 12. April 2008

3.000 Obdachlose im Tschad nach Brand: Österreichische Soldaten nicht betroffen

  • Flüchtlingslager: Unbeaufsichtigter Herd war Auslöser
  • Holz- & Lehmhütten wurden schnell von Feuer zerstört

Bei einem Brand in einem Flüchtlingslager im Osten des Tschad sind zehn Menschen verletzt und weitere 3.000 obdachlos geworden. Die etwa 150 im Tschad stationierten österreichischen Soldaten waren davon nicht betroffen. In dem Lager Goz Amer rund 70 Kilometer von der sudanesischen Grenze entfernt leben rund 20.000 Flüchtlinge.

Die obdachlos gewordenen Sudanesen seien vorläufig in den drei Schulen des Lagers untergekommen, erklärte das UNHCR. Ihre Holz- und Lehmhütten seien schnell von dem Feuer zerstört worden. Das Feuer ist von einem unbeaufsichtigten Küchenherd ausgegangen. Künftig sollten die Flüchtlingsunterkünfte deshalb aus Stein gebaut werden.

In Darfur im Westsudan kämpfen seit Februar 2003 Rebellenorganisationen gegen regierungstreue Milizen und Streitkräfte. Nach UNO-Schätzungen kamen in dem Konflikt bisher rund 200.000 Menschen ums Leben; rund 2,2 Millionen Menschen wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Etwa ein Zehntel von ihnen ist in das Nachbarland Tschad geflohen.

Humanitäre EU-Mission
Zum Schutz der Flüchtlinge und der Hilfsorganisationen vor Ort hat die EU eine humanitäre Mission in den Tschad und die benachbarte Zentralafrikanische Republik entsandt. An dem EUFOR-Einsatz nimmt auch Österreich teil. Ein internationaler Aktionstag für Dafur am Sonntag soll vermehrte Aufmerksamkeit auf das Leid der Menschen in der Region richten.

Österreicher nicht betroffen
Von dem Brand sind die österreichischen Soldaten nicht betroffen. Das sagte der Sprecher des österreichischen EUFOR-Kontingents, Major Schneider, auf Anfrage der APA. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hält sich keiner der Österreicher dort auf. Das Gros der Kräfte befindet sich in der Hauptstadt N'Djamena und in Abeche", sagte Schneider.

(apa/red)

12.4.2008 12:36