Samstag, 12. April 2008

Im Tibet-Konflikt steht nationale Einheit auf dem Spiel: China für Gespräche bereit?

  • Peking will die Olympischen Spiele nicht verderben
  • Europäisches Parlament für Boykott der Eröffnung

China hat seine Kritik am Dalai Lama bekräftigt. Im Tibet-Konflikt gehe es einzig um die nationale Einheit des Landes und nicht um ethnische oder religiöse Probleme oder gar Menschenrechte, so Präsident Hu Jintao. Die Führung in Peking sei offen für Gespräche mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter. Bedingung dafür sei aber, dass der Dalai Lama damit aufhöre, die Volksrepublik zu spalten, Gewalt zu schüren und die Olympischen Spiele zu verderben.

Hu äußerte sich bei einem Treffen mit dem australischen Regierungschef Kevin Rudd. Schon in der Vergangenheit hatte China die Unruhen in Tibet als eine Gefahr für die nationale Einheit bezeichnet. Die Regierung wirft dem im Exil lebenden Dalai Lama vor, Drahtzieher der jüngsten anti-chinesischen Proteste in der Region zu sein und diese bewusst wenige Monate vor den Olympischen Spielen angezettelt zu haben. Der Friedensnobelpreisträger hat hingegen wiederholt betont, ihm gehe es nicht um Unabhängigkeit, sondern um kulturelle Autonomie der Tibeter.

Europäisches Parlament für Olympia-Boykott
Das Europäische Parlament sprach sich unlängst für einen Boykott der Eröffnungsfeier der Spiele in Peking aus, sollte China keinen Dialog mit dem Dalai Lama aufnehmen. Diese Forderung wies das chinesische Außenministerium inzwischen mit scharfen Worten zurück. Eine Sprecherin sagte Xinhua zufolge, die Abgeordneten hätten sich in unanständigerweise in die inneren Angelegenheiten Chinas eingemischt, die Gefühle der Chinesen sehr verletzt und die Tatsachen durcheinandergebracht.

(apa/red)

12.4.2008 23:00