Zapatero setzt auf Frauen-Power im Team: Erstmals mehr weibliche Kräfte in Regierung
- Ministerpräsident wurde für zweite Amtszeit angelobt
- Premier plant wieder Minderheitsregierung zu bilden

Der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero hat seine zweite Amtszeit angetreten. Der Chef der Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) legte vor König Juan Carlos den Amtseid ab. Im Anschluss an die Zeremonie im Zarzuela-Palast bei Madrid stellte Zapatero sein künftiges Kabinett vor. Erstmals in der Geschichte Spaniens hat ein Kabinett mit neun Frauen und acht Männern mehr weibliche Mitglieder als männliche.
Mit der derzeit schwangeren, 37-jährigen Carme Chacon, bisher Wohnungsbauministerin, wird außerdem zum ersten Mal das Verteidigungsressort von einer Frau geführt. Maria Teresa Fernandez de la Vega behält den wichtigen Posten der Vize-Regierungschefin. Das neu geschaffene Ministerium für Wissenschaft und Innovationen liegt mit Cristina Garmendia ebenso in weiblicher Hand.
Außenminister bleibt Miguel Angel Moratinos
Außenminister ist weiterhin Miguel Angel Moratinos. Pedro Solbes leitet wie schon in der vorigen Regierung Zapatero das Wirtschafts- und Finanzministerium. Zapateros bisheriger Wirtschaftsberater Miguel Sebastian steigt zum Industrieminister auf. Das Parlament hatte Zapatero am Freitag, einen Monat nach der Wahl, im Amt bestätigt.
Im zweiten Anlauf zum Premier wiedergewählt
Der 47-jährige Premier war erst im zweiten Anlauf zum Premier wiedergewählt worden. Er erhielt im Parlament alle 169 Stimmen seiner PSOE, die ihm die einfache Mehrheit sicherten. Gegen Zapatero stimmten die 159 konservativen Abgeordneten der Volkspartei (PP), während sich die meisten Politiker der nationalistischen Parteien der Stimme enthielten. In der ersten Runde am Mittwoch hatte Zapatero wie erwartet die dabei noch erforderliche absolute Mehrheit verfehlt, für die er mindestens 178 Stimmen gebraucht hätte.
Es ist das zweite Regierungsmandat von vier Jahren für Zapatero. Er führt wieder eine Minderheitsregierung an. Im Gegensatz zur ersten Amtszeit will er nun aber nicht mehr mit festen Partnern, sondern mit wechselnden Mehrheiten regieren.
(apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat
