Samstag, 12. April 2008

Geiselnahme auf Luxusjacht beendet: Reederei zahlte Lösegeld in Millionenhöhe

  • Piraten werden der französischen Justiz übergeben
  • Gauner hatten Besatzung eine Woche in ihrer Gewalt

Eine französische Reederei hat den somalischen Piraten, die die Besatzung des französischen Kreuzfahrtschiffs "Le Ponant" als Geiseln genommen hatte, Lösegeld in Millionenhöhe gezahlt. Dabei habe es sich um eine Summe von zwei Millionen Dollar (1,27 Millionen Euro) der Reederei CMA-CGM gehandelt.

Die Seeräuber hatten ihre 30 Geiseln nach einer Woche freigelassen. Kurz darauf hatte das französische Militär sechs der Piraten festgenommen. Sie sollen der französischen Justiz übergeben werden.

Teil des Lösegelds gefunden
Die Besatzung der "Ponant" befindet sich derzeit auf einem französischen Hubschrauberträger. Sie soll demnächst auf der französischen Militärbasis im nordostafrikanischen Dschibuti eintreffen und dann nach Frankreich gebracht werden. Generalstabschef Jean-Louis Georgelin hatte bestätigt, die Soldaten hätten bei der Festnahme der Piraten offensichtlich einen Teil des Lösegelds gefunden. Sie hätten aber ausgeschlossen, dass es sich um öffentliche Gelder handelte.

Der 88 Meter lange Dreimaster war am 4. April ohne Passagiere an Bord vor dem Horn von Afrika überfallen und zu einem Piratenhafen in der autonomen somalischen Region Puntland entführt worden. An Bord befanden sich 22 Franzosen, sechs Philippiner, ein Kameruner und eine Ukrainerin. Frankreich hatte Kriegsschiffe in Marsch gesetzt, aber eine Verhandlungslösung angestrebt. Die Verhandlungen hatten per Funk zwischen der Reederei und den Piraten stattgefunden.

(apa/red)

12.4.2008 10:55