Simbabwe braucht viel Geduld: Wähler-
Stimmen werden teilweise neu ausgezählt
- Wahlkommissionschef räumte mögliche Fehler ein
- Opposition: 'Wille des Volkes soll so geändert werden'

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In Simbabwe werden die Stimmen der Wahlen vor zwei Wochen teilweise neu ausgezählt. Die Stimmzettel von 23 der landesweit 210 Wahlbezirke müssten neu ausgezählt werden, sagte Wahlkommissionschef George Chiweshe. Das Krisentreffen südafrikanischer Staats- und Regierungschefs zur Lage in Simbabwe ist unterdessen mit der Forderung nach einer schnellen Veröffentlichung der Wahlergebnisse zu Ende gegangen.
Chiweshe meinte weiters, es bestehe die begründete Annahme, dass Fehler bei der Auszählung der Stimmen gemacht worden seien. An der neuen Zählung der Stimmzettel dürften Vertreter der Parteien und Kandidaten teilnehmen. Betroffen seien die Stimmzettel für die Präsidentenwahl, das Abgeordnetenhaus, den Senat und Regionalvertretungen.
Opposition sah sich als Siegerin
Die Opposition hatte nach dem bisher bekanntgegebenen Ergebnis der ZANU-PF-Partei von Präsident Robert Mugabe die Mehrheit im Parlament abgenommen und sah sich auch als Siegerin bei der Präsidentenwahl, deren Ergebnis nach wie vor aussteht. Die ZANU-PF hatte wegen Betrugsverdachts eine Neuauszählung gefordert.
Die Neuauszählung beruht laut Chiweshe auf fristgerechten Beschwerden der Regierungspartei ZANU-PF in 22 Fällen und der oppositionellen Bewegung für einen demokratischen Wandel (MDC) in einem weiteren Fall. In den vergangenen Tagen waren mindestens 15 Mitarbeiter der Zentralen Wahlkommission wegen Wahlbetrugs festgenommen worden.
Das amtliche Ergebnis der Präsidentschaftswahl steht zwei Wochen nach dem Urnengang immer noch nicht fest. MDC-Kandidat Morgan Tsvangirai hatte sich bereits zum Sieger erklärt, der seit 1980 herrschende Mugabe besteht hingegen auf eine Stichwahl.
Krisengipfel in Sambia
Der Krisengipfel fordere die Wahlkommission in Simbabwe auf, "die Prüfung und Veröffentlichung der Wahlergebnisse schnell vorzunehmen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Gipfelteilnehmer.
Zugleich wurden alle Parteien in Simbabwe aufgefordert, die amtlichen Ergebnisse anzuerkennen. An den simbabwesischen Staatschef Robert Mugabe sei zudem die Forderung ergangen, bei einer eventuellen Stichwahl um das Präsidentenamt dafür zu sorgen, dass diese gewaltfrei ablaufe, teilte Sambias Außenminister Kabinga Pande mit. Die Beratungen in Lusaka waren erst nach 13 Stunden abgeschlossen worden.
Opposition lehnt Neuauszählung ab
Die Opposition in Simbabwe hat eine Neuauszählung eines Teils der Wahlkreise bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen vom 29. März abgelehnt. "Wir widersprechen der Neuauszählung, die die Wahlkommission von Simbabwe angeordnet hat, weil wir glauben, dass damit der Wille des Volkes geändert werden soll", sagte der Sprecher der Bewegung für den Demokratischen Wandel (MDC), Nelson Chamisa. "Die Wahrheit ist, dass wir gewonnen haben", sagte der Sprecher. "Die Ergebnisse, die wir verkündet haben, sind korrekt, und wir werden keinerlei Versuch hinnehmen, sie zu ändern."
(apa/red)
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