Dienstag, 8. April 2008

Wiener UNHCR-Mitarbeiterin in Somalia angegriffen: Wagen geriet in den Hinterhalt

  • 30-jährige Juristin und ihr Fahrer blieben unverletzt
  • Insgesamt sieben Angreifer eröffneten das Feuer

Eine aus Wien stammende UNO-Mitarbeiterin ist am 5. April in Somalia angegriffen worden. Der Wagen der Frau geriet in einen Hinterhalt und wurde beschossen, bestätigte, Roland Schönbauer, der Sprecher des UNO-Flüchtlingshochkommissariates (UNHCR) in Österreich. Die Helferin blieb - abgesehen von kleineren Schnittwunden durch Glassplitter - unverletzt.

Die Wienerin und ihr einheimischer Fahrer waren nach Dienstschluss gerade in Begleitung einer Polizeieskorte auf dem Nachhauseweg, als sich ihnen ein Fahrzeug quer in den Weg stellte, schilderte Schönbauer. Geistesgegenwärtig reversierte der UNHCR-Fahrer, woraufhin die insgesamt sieben Angreifer das Feuer eröffneten. Die Sicherheitskräfte der Eskorte feuerten zurück. Die "Kleine Zeitung" spekulierte, das Ziel des Angriffs sei die Entführung der Österreicherin gewesen. Dies wurde von Schönbauer jedoch nicht bestätigt.

Bei der Angegriffenen handelte es sich um eine 30-jährige Juristin, die sich als UNHCR-Mitarbeiterin um Binnenvertriebene in Somalia kümmerte. Sie ist laut Schönbauer nach dem Überfall nach Kenia evakuiert worden, wo sie psychologisch betreut wird. Es sei sogar ihre Rückkehr nach Österreich im Gespräch.

Der Angriff ereignete sich in Garoowe, der Hauptstadt des selbsterklärten "autonomen Staates Puntland" im Nordosten von Somalia. Nach Angaben Schönbauers sei die Sicherheitslage in Puntland in der vergangenen Zeit immer schlechter geworden; mehrere Nichtregierungsorganisationen hätten sich bereits aus dem Gebiet zurückgezogen.

(apa/red)

8.4.2008 14:19