Vorgehen gegen Polygamie-Sekte in USA: Schon über 500 Frauen und Kinder gerettet
- Viele Kinder angeblich auf Sekten-Ranch missbraucht
- 50-Jähriger soll illegal 16-Jährige geheiratet haben

Mehr als 500 Frauen und Kinder sind seit dem Beginn eines großangelegten Rettungseinsatzes auf der Ranch einer polygamen Sekte im US-Staat Texas von den Behörden in Sicherheit gebracht worden. Offiziellen Angaben zufolge wurden insgesamt 534 Menschen von der als Tempel genutzten Ranch der Fundamentalistischen Kirche der Heiligen der Letzten Tage in Eldorado fortgebracht.
Die Behörden setzten ihre Suche nach weiteren Frauen und Kinder fort, hieß es. Anlass für das Vorgehen der Behörden waren Informationen über einen 50-Jährigen, der illegal eine 16-Jährige geheiratet und mit ihr Geschlechtsverkehr gehabt haben soll. Das Mädchen soll vor einigen Monaten ein Baby geboren haben. Auch zahlreiche andere Kinder könnten missbraucht worden sein.
Die weitgehend von der Außenwelt abgeschnittene Ranch in Eldorado mit ihren riesigen Anlagen wurde von der Sekte im Jahr 2003 gekauft und seither von den Behörden beobachtet. Die "Fundamentalistische Kirche der Heiligen der Letzten Tage" hatte sich von der Mormonkirche "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" abgespalten. Sektenführer Warren Jeffs, der von seinen Anhängern als Prophet betrachtet wird, wurde 2006 in Las Vegas verhaftet und im vergangenen Jahr wegen Beihilfe zu Vergewaltigung zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Die Mormonen haben die Polygamie bereits vor mehr als einem Jahrhundert abgeschafft.
(APA/red)
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