Montag, 7. April 2008

Iraks Präsident droht Schiiten-Prediger: Ausschluss von Provinzwahlen für Radikalen

  • Madi-Miliz auflösen, oder kein Wahlantritt im Oktober
  • Prediger stützt sich auf eine breite Anhängerschaft

Iraks Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat dem radikalen Schiiten-Prediger Muktada al-Sadr mit einem Ausschluss von den Provinzwahlen gedroht. Sollte Sadr seine Miliz, die Mahdi-Armee, nicht auflösen, dürfe die Bewegung im Oktober nicht antreten, sagte Maliki dem Nachrichtensender CNN.

Die irakische Armee hatte kürzlich in einer Offensive versucht, die Miliz zu zerschlagen. Nach tagelangen Gefechten einigten sich beide Seiten auf einen Waffenstillstand. Bei neuerlichen Kämpfen in einer Sadr-Hochburg in Bagdad wurden mehr als zwei Dutzend Menschen getötet.

Die politische Führung in Bagdad hatte zuvor die Auflösung aller Milizen vor den Wahlen gefordert, die Mahdi-Armee aber nicht ausdrücklich erwähnt. Die Erklärung war vom Staatspräsidenten und dessen beiden Stellvertretern sowie Maliki und den Fraktionschefs des Parlaments unterzeichnet. Die Entscheidung gilt als Versuch, Sadr zu isolieren. Der Prediger stützt sich auf eine breite Anhängerschaft unter der verarmten schiitischen Stadtbevölkerung.

(APA/red)

7.4.2008 10:41