Freitag, 11. April 2008

Kanada kein Vorbild für die Zuwanderung:
Platter gegen die Vorschläge der Industrie

  • Vorschulische Sprachförderung für höhere Integration

Innenminister Günther Platter lehnt die von der Industriellenvereinigung geforderten Zuwanderungs-Kriterien nach kanadischem Vorbild ab. Er sei gerne bereit, über die Zulassung von qualifizierten Arbeitskräften zu diskutieren. "Aber generell die Türe aufzumachen, so wie das die Industriellenvereinigung will, und den Zugang von billigen Arbeitskräften zuzulassen, das ist ein anderer Punkt", sagte Platter im "Managementclub".

Platter verwies darauf, dass allein heuer 2.545 Quotenplätze für unselbstständige Schlüsselarbeitskräfte reserviert sind (um 755 mehr als 2007) und diese Quote im Vorjahr nicht ausgeschöpft wurde. Handlungsbedarf in Sachen Integration sieht Platter bei der vorschulischen Sprachförderung: "Hier müssen wir bereit sein, Maßnahmen zu setzen, die durchaus etwas kosten werden." Als "Einwanderungsland" sieht Platter Österreich nicht, obwohl in den vergangenen 20 Jahren 816.000 Ausländer zugewandert sind, wie er selbst sagte.

Terrorismus: "Da müssen wir hart durchgreifen"
Die islamische Glaubensgemeinschaft forderte Platter auf, in den Moscheen auf Deutsch zu predigen. Zufrieden ist der Minister mit dem harten Urteil gegen Mohamed M., der unter anderem wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung nicht rechtskräftig zu vier Jahren Haft verurteilt wurde. Das sei ein Signal an alle, die Propaganda für den Terrorismus machen wollten. "Da müssen wir hart durchgreifen", so der Minister.

Politische Zukunft für Platter in Wien
Seine politische Zukunft sieht Platter übrigens auch nach der Tiroler Landtagswahl im Juni in Wien und nicht als neuer Landeshauptmann in Tirol. ÖVP-Chef Herwig Van Staa werde hoffentlich ein "sehr gutes Ergebnis" einfahren "und wir dann weiterhin Landeshauptmann von Tirol sein". (apa/red)

11.4.2008 14:15