Weiterer Verdächtiger der Säureattentate gefasst: Deutscher steht unter Verdacht
- Mann soll Pakete aus Bayern geschickt haben
- Belastet bereits in Haft befindlichen 45-Jährigen
·Innenpolitisch motivierte Anschläge
Attentate auf Kommunal-
und Landespolitiker häufig
Im Fall der oberösterreichischen Säurepakete ist nun ein weiterer Verdächtiger gefasst worden. Ein 45-jähriger Deutscher hat erklärt, im Auftrag des Österreichers, der bereits seit Anfang März in Haft ist, die Sendungen aus Bayern geschickt zu haben.
Er belastet den 48-Jährigen nun schwer. Der 45-Jährige wurde diese Woche nach umfangreichen Ermittlungen gefasst. Er habe ein umfassendes Geständnis abgelegt, so die Staatsanwaltschaft Wels.
Der 45-Jährige gab an, die Pakete versandfertig hergerichtet und verschickt zu haben. Die Päckchen mit den Zigarettenhülsen und der darin enthaltenen Buttersäure habe er sich in Bayern und in Tschechien besorgt, so der Mann gegenüber den Ermittlern. Anschließend habe er sie ausreichend frankiert und in den Briefkasten geworfen.
Begleichen von Schulden
Der 45-Jährige gab weiters an, den Auftrag des 48-Jährigen zum Begleichen von 1.500 Euro Schulden erledigt zu haben. Gegen den 45-Jährigen wurde von der Staatsanwaltschaft Wels ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet.
Der SPÖ-Landtagsabgeordnete und ehemalige Bürgermeister von Weißkirchen, Rudolf Prinz (61), war am 7. März beim Öffnen eines mit Buttersäure gefüllten Pakets verletzt worden. Zwei weitere Päckchen an ÖVP-Kommunalpolitiker und zwei an Verwaltungsmitarbeiter konnte die Polizei rechtzeitig abfangen.
Der Verdacht gegen den 48-Jährigen hatte sich aufgrund von Zeugenaussagen verdichtet. Am 9. März klickten bei dem Mann die Handschellen, zwei Tage später wurde über ihn die Untersuchungshaft verhängt. Als Motiv vermuten die Ermittler "raumplanerische Angelegenheiten" in der Vergangenheit.
(apa/red)
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