Riesenmure verschüttet Straße im Pinzgau: Keine Hinweise auf verschüttete Personen
- Hilfskräfte müssen auf Ende des Steinfalls warten
- Straßenräumung soll bis nächste Woche andauern

Im Salzburger Pinzgau ist eine gewaltige Mure auf die Dientner Landesstraße niedergegangen. Die Straße wurde auf einer Länge von über 50 Metern bis zu zehn Meter hoch verschüttet. Hinweise, dass sich unter dem Geröll auch Menschen befinden, gibt es nicht, es konnte aber vorerst nicht ausgeschlossen werden.
"Es hat sich hier ein klassischer Bergsturz ereignet", berichtete Landesgeologe Rainer Braunstingl. "Es bricht der halbe Berg weg." Als wahrscheinliche Ursache nannte er die großen Temperaturschwankungen. "In der Früh hatte es hier 0 Grad, zu Mittag waren es rund 20 Grad", so Braunstingl. In Erdreich eingedrungenes Wasser schloss der Geologe definitiv aus. "Es ist kein Tropfen Wasser im Hang."
Der Bergsturz begann um etwa 11.15 Uhr. Der ostseitige Hang ist rund 100 Meter oberhalb der Dientner Landesstraße L216 abgerissen. Geröll, Felsblöcke und Bäume rutschten in den Graben, die Straße wurde auf einer Länge von mehr als 50 Metern bis zu zehn Meter hoch verschüttet.
Auch später war der Hang noch stark in Bewegung, immer wieder stürzten bis zu zwei Kubikmeter große Felsbrocken in den Graben. "Der ganze Hang ist in Bewegung. Es schiebt und schiebt, immer wieder kommen große Brocken herunter", schilderte eine Zeugin der APA. "Hier spielt es sich ab wie bei einem lokalen Erdbeben", beschrieb Katastrophenreferent Kurt Reiter die Situation.
Bis dato keine Abgängigkeitsmeldung
Hinweise, dass sich Fahrzeuge oder Menschen unter den Erdmassen befinden, gab es keine. "Es gibt keine Abgängigkeitsmeldung, und auch gesehen hat niemand etwas", sagte Franz Michel, der Sprecher der Bezirkshauptmannschaft Zell am See. Dennoch könne man einen solchen Fall vorerst nicht ausschließen. Gewissheit gebe es erst, wenn das Geröll entfernt sei.
Straße eine Woche lang unpassierbar
Kurz nach Beginn des Abgangs war eine Spezialfirma vor Ort, sie konnte aber wegen der extremen Gefahr bisher nichts unternehmen, berichtete Michel. Auf jeden Fall könne man jetzt schon sagen, dass die Straße wahrscheinlich bis Ende der kommenden Woche unpassierbar bleibe. Braunstingl rechnet damit, dass der Hang erst in ein, zwei Tagen zur Ruhe kommt. Vor 14. April werde man mit den Aufräumungsarbeiten nicht beginnen können. (apa/red)
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