Keine Verbesserung nach Programmreform:
RTR bescheinigt ORF ernüchterndes Zeugnis
- Zu viele Wiederholungen und Parallelausstrahlungen
- Analyse: Informationsgehalt lässt zu wünschen übrig

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Wiederholungen und Parallelausstrahlungen sind beim ORF nach wie vor an der Tagesordnung. Die vor einem Jahr gestartete ORF-Programmreform hat in dieser Hinsicht kaum Verbesserungen gebracht, zeigt die von der Rundfunkregulierungsbehörde RTR präsentierte Programmanalyse deutschsprachiger Vollprogramme. Mit einer Wiederholungsquote von 27 Prozent auf ORF 1 und 28 Prozent auf ORF 2 liegen die öffentlich-rechtlichen Programme deutlich vor deutschen Privatsendern und ATV. Beim Umfang der Information liegt ORF 1 hinter sämtlichen untersuchten Programmen in Deutschland und der Schweiz.
Erstellt wurde die Programmanalyse wie schon im Vorjahr vom Salzburger Kommunikationswissenschafter Jens Woelke. Er nahm die Programme im Zeitraum vom 16. bis 23. April unter die Lupe - also nach der Programmreform vom 10. April 2007. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der ORF sein Programm im Lauf des Jahres 2007 weiter adaptiert und optimiert hat.
Immerhin: "Umfassender und kritischer"
Bei ORF 1 hat sich die Programmreform bei den so genannten fernsehpublizistischen Sendungen niedergeschlagen, also Nachrichten, Magazinen, Reportagen etc. Diese Sendungen haben sich von 3,3 auf 5,6 Prozent seit dem Jahr 2006 nahezu verdoppelt. ORF 1 habe "umfassender und kritischer berichtet", heißt es von Seiten der RTR. Trotzdem liegt ORF 1 beim Informationsumfang deutlich hinter allen untersuchten - öffentlich-rechtlichen und privaten - Programmen in Deutschland und der Schweiz.
ORF 2 hat im Bereich Fernsehpublizistik von 46,2 auf 41,4 Prozent abgebaut und liegt damit ebenfalls hinter ARD (44,2), ZDF (57,1) und dem Schweizer SF1 (45,3). Sehr gut steht ORF 2 beim Umfang seiner Berichterstattung über kontroverse Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft da.
Am liebsten nicht vom ORF
Nach wie vor gering ist der Anteil von Eigen- und Auftragsproduktionen bei ORF 1. Mit 27 Prozent liegt der ORF hier nahezu gleichauf mit ATV und VOX (26 Prozent) sowie RTL II (24 Prozent). ORF 2 ist hingegen mit 61 Prozent Eigen- und Auftragsproduktionen mit den deutschen öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF vergleichbar.
Bei österreichischen Produktionen hinkt ORF 1 ebenfalls deutlich hinter ORF 2 her. ORF 1 und ATV kamen hier auf 19 Prozent, ORF 2 auf 35 Prozent. Dass der ORF sein Programm an deutsche Sender angepasst hat, zeigt der hohe Prozentsatz an Parallelausstrahlungen, also Sendungen, die zeitgleich in Deutschland liefen. Beide Sender haben in diesem Punkt seit 2006 noch einmal deutlich zugelegt.
ORF 2: Hoher Anteil an Programmüberbrückungen
Auffallend hoch war bei ORF 2 der Anteil an Programmüberbrückungen wie zum Beispiel den Wetterpanorama-Kameraschwenks. Mit 15 Prozent der Sendezeit, bzw. 3 Stunden, 40 Minuten, war der Anteil auf ORF 2 höher als bei fast jedem anderen deutschsprachigen Sender, mit Ausnahme des Schweizer SF1. (apa/red)
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