Verkehrs-Rückgang in Wiener Innenstadt: Öffi-Nutzung hat Auto mittlerweile überholt
- Trendwende: Rückgang auch bei zugelassenen Pkws
- Verkehrsstadtrat Schicker will umweltfreundliche Taxis

·Österreicher besitzen 4,25 Millionen Autos
VW ist am beliebtesten, Zuwachs bei Motorrädern
In Wien ist der Autoverkehr am und innerhalb des Gürtels von 2004 bis 2006 um 3,7 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der in der Bundeshauptstadt zugelassenen Pkw ist 2007 erstmals gesunken. Das haben Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (S) und Martin Blum vom Verkehrsclub Österreich in einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Schicker will künftig für umweltfreundlichere Taxis sorgen.
Blum verwies auf Positives beim "Modal Split", also bei der Verteilung der Alltagswege auf die verschiedenen Fortbewegungsarten. Der öffentliche Nahverkehr kommt derzeit auf 35 Prozent (1995: 32 Prozent) und hat das Auto überholt, dessen Anteil mit 34 Prozent seit 1995 gleich geblieben ist. Das Fahrrad rangiert bei 4 Prozent (1995: 1 Prozent), die Fußwege sind von 33 auf 27 Prozent gesunken.
Trendwende
Von einer "echten Trendwende" sprach Blum bei den Pkw-Zulassungen, die 2007 bei 657.430 lagen (2006: 658.100, 1995: 593.850). Zurückzuführen sei dies auf die hohen Treibstoffpreise, die gute Öffi-Versorgung in Wien sowie auf die Feinstaub- und Klimadebatte. Der VCÖ schreibt gemeinsam mit der Stadt und den ÖBB auch heuer wieder ihren Wiener Mobilitätspreis aus, mit dem Ideen zur Senkung der Verkehrsbelastung prämiert werden.
Zuwächse in Transdanubien
Das Minus beim innerstädtischen Verkehr bedeute am Gürtel pro Tag 2.000 Autos weniger, so Schicker: "Das ist durchaus eine spürbare Größe." Er verwies darauf, dass es dabei um Zahlen gehe, die noch vor der Ausweitung der Kurzparkzeiten in Parkpickerl-Zonen erhoben wurden. Zuwächse gebe es dagegen in den Bezirken nördlich der Donau.
Mehr CO2
Gestiegen sind auch die Pendler- und Transitzahlen sowie der Ausstoß von Treibhausgasen. So nahmen die CO2-Emissionen des Verkehrs seit 1995 um 58 Prozent zu, bei allen anderen Sektoren nur um zwölf Prozent. Schicker will als Gegenmaßnahme vor allem bei gewerblichen Kfz-Flotten ansetzen. Ein Taxi, das den ganzen Tag eingesetzt werde, entspreche nämlich rund 30 Privat-Pkw.
Umweltfreundliche Taxis
Zusammen mit der Wirtschaftskammer will der Stadtrat die Taxler dazu bewegen, auf umweltfreundlichere Antriebe - Hybrid, Erdgas und Elektro - umzusteigen. "Es geht um mehr als 4.000 Taxis, das entspricht einem Viertel der gesamten Pkw-Flotte in Wien", sagte Schicker. Erreichen will er dies über eine eine Verpflichtung in der Taxiordnung. Er wolle dies "freundschaftlich" mit der Wirtschaftskammer und der Taxiinnung besprechen. Ähnliches haben die Grünen wiederholt gefordert.
(APA/red)
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