Elektronische Maut in Tschechien kommt: Gerät soll in mehreren Autos einsetzbar sein
- Ab 2009 hat die geklebte Vignette dann ausgedient
- Kapsch TrafficCom könnte wieder zum Zug kommen

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Tschechien will ab 2009 die elektronische Autobahn-Maut auch für Pkw einführen. Das Verkehrsministerium und das Innenministerium in Prag haben sich darauf geeinigt, die bisherigen Maut-Vignetten dann durch "on bord units" zu ersetzen, wie sie derzeit bereits von Lkw über 12 Tonnen für die Benützung von Autobahnen, Schnellstraßen und einigen "Straßen 1. Klasse" vorgeschrieben sind. Das tschechische Lkw-Mautsystem wurde von der österreichischen Kapsch TrafficCom errichtet, die nun neuerlich zum Zug kommen könnte.
Die so genannten "elektronischen Vignetten" sollen etwa die Größe einer Zündholzschachtel haben und müssten jedes Jahr mit einem entsprechenden Guthaben aufgeladen werden - ähnlich wie bei Wertkarten-Handys. Im Unterschied zu den Lkw wäre die Pkw-Maut nicht pro gefahrenen Kilometer zu bezahlen, sondern für einen bestimmten Zeitraum. Die Höhe der Jahresmaut soll sich nicht wesentlich ändern.
Für mehrere Fahrzeuge
Man geht davon aus, dass die elektronischen Vignetten nicht an ein bestimmtes Auto oder eine Person gebunden wären. Das heißt, dass eine elektronische Vignette auch für mehrere Autos verwendet werden könnte, falls sie nicht gleichzeitig auf der Autobahn unterwegs wären.
Die Anonymität der elektronischen Vignetten soll garantiert werden, verspricht man im Verkehrsministerium, man werde die Bewegungen von Personen oder Fahrzeugen nicht nachverfolgen können. Auch werde man das System nicht für Geschwindigkeitskontrollen einsetzen. Allerdings werde es der Polizei möglich sein, die Verkehrsdichte zu beobachten.
Kapsch wieder am Zug?
Das Verkehrsministerium prüft nun, wer die elektronischen Vignetten herstellen und liefern wird. Ob es eine Ausschreibung geben oder neuerlich Kapsch TrafficCom zum Zug kommen wird, die bereits das gesamte Mautsystem für Lkw (einschließlich der Bord-Einheiten) errichtet hat und nun betreibt, ist noch offen.
(APA/red)
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