Donnerstag, 3. April 2008

Lungenkrebsrisiko möglicherweise vererbt:
Mehrere Studien liefern dasselbe Ergebnis

  • Erhöhte Erkrankungsgefahr betrifft aber nur Raucher
  • Verzerrung der Ergebnisse durch Nikotinabhängigheit?

Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ist möglicherweise von der individuellen, genetischen Veranlagung abhängig. Wie internationale Forscher übereinstimmend herausfanden, ist für mindestens einen von zehn Europäern, der diese Veranlagung hat, das Lungenkrebsrisiko doppelt so hoch wie für diejenigen ohne die entsprechenden genetischen Merkmale.

Das erhöhte Lungenkrebsrisiko betrifft jedoch nur Raucher. Die Ergebnisse der Arbeiten wurden in den wissenschaftlichen Zeitschriften "Nature" und "Nature Genetics" veröffentlicht.

Übereinstimmende Ergebnisse
Wie drei internationale Studien übereinstimmend belegen, handelt es sich um eine Abwandlung auf dem Chromosom 15, allerdings besteht unter den Forschern noch keine Einigkeit darüber, ob dabei ein direkter Zusammenhang besteht oder etwa eine Verzerrung durch eine Nikotinabhängigkeit vorliegt. "In neun von zehn Fällen von Lungenkrebs ist der Tabakkonsum verantwortlich."

Höheres Risiko
"Die Forschungen zeigen jedoch, dass einige Raucher auf Grund ihres genetischen Profils womöglich einem noch höheren Risiko ausgesetzt sind, an Lungenkrebs zu erkranken", kommentierte der britische Spezialist Lesley Walker. Die Forscher erhoffen sich von den Ergebnissen nun Chancen, Behandlungen zu verbessern und neue Methoden zu entwickeln. (apa/red)

3.4.2008 18:56