Donnerstag, 3. April 2008

Alkoholbedingte Schäden bei Babys früher erkennbar: Neue Methode schafft Klarheit

  • Erste Darmausscheidung des Babys gibt Aufschluss
  • Früherkennung verhilft zu gezielterer Behandlung

Mit Hilfe einer neuen Methode können künftig frühzeitig Schädigungen bei Neugeborenen festgestellt werden, die auf Alkoholkonsum der Mütter während der Schwangerschaft zurückzuführen sind. Dazu wird nach Angaben des Berufsverbandes der Frauenärzte die ersten Darmausscheidungen der Neugeborenen daraufhin überprüft, ob sie Fettsäureethylester enthalten. Das sind Abbauprodukte aus dem Alkoholstoffwechsel.

"Mit Hilfe dieses neuen Verfahrens könnte es in Zukunft möglich sein, dass Folgeschäden des Alkoholkonsums bei Kindern früher erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können", sagt der zweite Vorsitzende des Verbandes, Klaus König. Solche Schäden könnten etwa durch eine Verhaltenstherapie abgemildert werden. "Völlig beheben lassen sie sich leider jedoch nicht mehr", sagt König. In einer Studie stellten US-Forscher kürzlich fest, dass Kinder, die nach der Geburt hohe Werte an Alkohol-Abbauprodukten in den Ausscheidungen haben, sowohl in ihrer mentalen als auch in ihrer psychomotorischen Entwicklung beeinträchtigt sind.

Lebenslanges Leid durch Alkohol
"Diese Beeinträchtigungen, die erst nach der Geburt diagnostiziert werden, fasst man unter dem Begriff Fetales Alkohol-Syndrom (FAS) zusammen", erklärt König. Im ersten Schwangerschaftsdrittel seien infolge Alkoholkonsums tiefgreifende Minderentwicklungen von Kopf und Gehirn des Ungeborenen zu erwarten. Gesichtsfehlbildungen und eine Unterentwicklung der inneren Organe seien die häufigsten Schädigungen. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel bestehe die größte Gefahr einer Fehlgeburt. Im letzten Schwangerschaftsdrittel drohe vor allem eine verlangsamte körperliche Entwicklung, erklärt der Mediziner. (APA/red)

3.4.2008 09:12