Mittwoch, 2. April 2008

Fitmarsch im Schlaf: Lange Wachphasen lassen Schlafwandler nachts eher aufstehen

  • Rund vier Prozent aller Erwachsenen schlafwandeln
  • Hilfe bringt Einhalten von regelmäßigen Schlafzeiten

Starke Müdigkeit verstärkt die Neigung zu Schlafwandeln. Schlafentzug kann sogar systematisch dazu genutzt werden, eine sogenannte Somnabulenz zu diagnostizieren, wie eine kanadische Studie zeigt.

Schätzungen zufolge sind bis zu vier Prozent der Erwachsenen Schlafwandler. Ein Verfahren zur eindeutigen Diagnose gibt es bisher nicht. Die Forscher der Universität Montreal untersuchten nun 40 Menschen, die wegen des Verdachts auf die Schlafstörung an ein Schlaflabor überwiesen wurden.

Schlafentzug bringt Wandler auf Trab
Bei einem normalen Schlafpensum zeigte etwa jeder zweite von ihnen Phänomene des Schlafwandelns wie etwa ungewöhnliche Bewegungen im Schlaf bis hin zum Aufstehen. Durften die Teilnehmer jedoch erst nach einer 25-stündigen Wachphase ins Bett, so verhielten sich 90 Prozent der Schlafenden auffällig.

Wissenschafter gehen davon aus, dass Schlafwandler Probleme im Tiefschlaf sowie beim Wechsel vom Tiefschlaf in andere Schlafphasen haben. Dies passt zu dem Phänomen, dass Kinder und Menschen mit Fieber besonders anfällig für die Schlafstörung sind. Die Forscher raten Betroffenen in der Zeitschrift "Annals of Neurology", regelmäßige Schlafzeiten einzuhalten und -mangel zu vermeiden. (APA/red)

2.4.2008 09:12