Kolumne: Agentur-Chef Dominik Wachta in der "Schauspielschule des Satans" - Teil 1
- Menschliche Ängste, Sehnsüchte und Enttäuschungen
- Was steckt hinter den Vorwürfen gegen "Act & Fun"
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In einem Wiener Printmedium konnten wir in der vergangenen Woche über eine Schauspielschule des Bösen lesen. Der Gründer soll, so das Medium, als eine Art Guru über die Gruppe herrschen. Dem Institut wird vorgeworfen eine Art Sekte zu sein, die ihre Schüler quält und fast bis in den Selbstmord treibt. Der Gründer wird als lebender Satan beschrieben.
Der Artikel selbst wurde von einem bekannten Journalisten verfasst, den ich persönlich kenne. Er ist für seine kritischen aber fairen Artikel bekannt, die er mit interessanten Schmankerln würzt. Sieht also auf den ersten Blick nicht gut aus für die Ausbildungsstätte... Also habe ich mich auf die Spur des Leibhaftigen gemacht...
"Act & Fun" heisst das Institut und das dazugehörende Theater nennt sich "Blackbox/Act & Fun". Tatsächlich war an dem Ort eine sehr starke Energie spürbar. Selbst habe ich mich öfters mit der spirituellen Seite des Lebens befasst und habe mir dort auch die Inspiration für das reale Leben geholt. Daher schätze ich mich, was Energieströme anbelangt, auch als sehr feinfühlig ein.
Die Luft war energiegeladen, das Theater selbst klein, unscheinbar, gut versteckt und nicht sonderlich gepflegt. Ich wurde in ein unscheinbares Büro gebeten. Vom Theater im oberen Stockwerk drangen mystische Geräusche, Musik, Stimmen und Schreie. Eben die Höhle des Satans, werden jetzt viele Leser denken. Tatsächlich war aber ein Theaterstück im Gange und in dem Etablissement selbst sehr viel Menschliches zu finden:
Menschliche Ängste, menschliche Sehnsüchte und natürlich auch tiefe Enttäuschung und Wut über den Artikel. Stephan Perdekamp, der vermeintliche "Sekten-Guru", begrüsste mich freundlich und bot mir ein Glas Wasser an. Ich lehnte, mangels eines Durstgefühls, dankend ab. Seine Aura war faszinierend, trotz seines - den Umständen entsprechend - gezeichneten Gesichtes. Also auch menschliche Regungen im Antlitz des "Bösen"...
"Vor dem Klavier mussten seine Schülerinnen knien..." konfrontierte ich den Leiter des Instituts mit den Vorwürfen. Coleen Rae Holmes, Vize-Direktorin der Schauspielschule, antwortete anstelle von Stephan Perdekamp: "Wir haben doch nicht einmal ein Klavier..." Eine Überprüfung ergab, dass sie dieses entweder gut versteckt hatten oder tatsächlich keines besaßen.
"Doch wie kommt so ein Artikel zustande? Gerade weil der Redakteur ja selbst einen sehr seriösen und guten Ruf genießt...?" verbalisierte ich meine Gedanken. Einhellig wurde mir versichert, dass es sich hier um Racheakte von ehemaligen Schülern handelt, die sich mit solchen Tricks aus den vertraglichen Verpflichtungen stehlen wollen. Ein Umstand übrigens, der mir aus dem Modelbusiness nicht ganz unbekannt erscheint.
"Ihnen wird auch mangelnde Qualifikation und Abzocke - 6000 Euro für eine Grundausbildung - vorgeworfen? Tatsächlich, habe ich mich erkundigt, kosten Schauspielkurse bei etablierten Instituten einige hundert Euro...." ließ ich nicht locker. Fassungslosigkeit war in den Gesichtern der Anwesenden zu lesen: "Ein Kurs kostet bei uns nicht einmal 250 Euro und die Qualifikation im Kunstbereich resultiert natürlich zu einem grossen Teil aus Erfahrung, zu einem gewissen Teil sehr wohl auch aus einer dementsprechenden Ausbildung!" wurde mir entgegnet. "Auf den Preis würde man nicht einmal kommen, wenn man sämtliche Kursangebote zusammenzählt!" wurde der Fassungslosigkeit zusätzlich Ausdruck verliehen. Ein Blick in die Broschüre bestätigte übrigens die Aussagen der Instituts-Leiter.
Sexuelle Belästigung und Lustkurse, Klingen am Hals von Schülern, Flaschen die nach Schülerinnen geworfen werden - all diesen Vorwürfen gehe ich nächste Woche bei "Die Schauspielschule des Satans - Teil 2" nach. Genauso berichte ich über mein Treffen mit den Schülern des Etablissements...
Dominik Wachta ist Inhaber der Model-Agentur "Jademodels International"
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