John Malkovich spielt Jack Unterweger: Hollywood-Star leitet Opern-Projekt in L. A.
- Martin Haselböck Initiator von "The Infernal Comedy"
- NEWS: Genialer Außenseiter im großen Interview

Hollywoods genialer Außenseiter John Malkovich verkörpert den österreichischen Massenmörder Jack Unterweger. Das berichtet NEWS in seiner aktuellen Ausgabe. Malkovich ist Regisseur und Hauptdarsteller der Opernprojekts "The Infernal Comedy", das am 3. Mai im Barum Theatre von Santa Monica, Kalifornien, Premiere hat. Initiator ist der international renommierte österreichische Dirigent Martin Haselböck, der in Los Angeles das Originalklangensemble "Musica Angelica" leitet.
Der Mörder Jack Unterweger war wegen seiner literarischen Versuche als exemplarischer Resozialisierungsfall auf Drängen vieler intellektueller vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden und ermordete daraufhin elf Prostituierte in Österreich, Kalifornien und Tschechien. Am 29. Juni 1994, in der Nacht vor dem absehbaren Urteil, erhängte sich Unterweger in seiner Zelle in der Justizanstalt Graz.
Malkovich spielt zu Glucks "Don Juan"-Musik einen Text des Österreichers Michael Sturminger: Der tote Unterweger präsentiert ein fiktives Buch namens "The Infernal Comedy", in dem er erzählt, "wie es wirklich war." Zwei Opernsängerinnen, die ins Spiel einbezogen werden, singen Arien von Haydn, Mozart, Händel und Weber, in denen Gewalt gegen Frauen thematisiert wird.
Im Fall des Gelingens soll die Produktion in großen Ausmaß weitergespielt werden und 2009 Europa erreicht haben.
"Kein Mitleid für Mörder"
Im NEWS-Interview äußert sich Malkovich sehr dezidiert zu Unterweger: " Mich interessiert das, weil so viel Propaganda darum gemacht wird, wie man Menschen läutern oder retten kann. Aber man kann nicht jeden Menschen läutern. Ich tendiere nicht dazu, Mitleid für einen Mörder zu empfinden. Eher für die Opfer. Aber das spielt keine Rolle. Die Menschen sind, was sie sind. Am besten ist, man versucht, sie zu verstehen. Über sie zu urteilen ist Sache der Richter. Die Gesellschaft urteilte über Unterweger und scheiterte kläglich. Das Resultat waren weitere Morde. Man sollte die Leute richten, die Unterweger gerettet haben. (...) Aber so denken Leute, die an Läuterung glauben."
Malkovich weiter: " Natürlich ist das Leben nicht langweiliger ohne Jack Unterweger. Hätte er sich früher umgebracht, hätte er vielen Leuten einen großen Dienst erwiesen. Da gehören vor allem auch die Opfer dazu. Aber leider hat er das nicht gemacht. Mit der Todesstrafe habe ich kein Problem. Wenn es um jemanden geht, der schon einige Morde verübt hat, der wieder morden würde und wirklich schuldig ist, stört mich das nicht."
Lesen Sie die ganze Story im aktuellen NEWS 14/08!
