Heuschrecken-Alarm durch Molterer-Plan:
Steuerzuckerl für Investmentfonds geplant
- FORMAT: Sind Veräußerungsgewinne bald steuerfrei?
- Koalitionspartner SPÖ signalisiert schon Widerstand
·Molterers Entwurf:
Das Gesetz im Detail
So sollen Investoren im Land gehalten werden
·Budget-Defizit 2007 geringer als erwartet
Finanzminister hat sich bei Kalkulation verschätzt
·Steuerreform: Zeit-
plan & Kommission fix
Entlastungsvolumen soll drei Mrd. Euro betragen
Zuletzt verkündete Finanzminister Wilhelm Molterer: "Ich will rechtliche Rahmenbedingungen für Private Equity und Venture Capital verbessern, etwa indem Veräußerungsgewinne von Beteiligungen steuerfrei sind." Private-Equity-Fonds, landläufig oft als Heuschrecken bezeichnet, sollen vom Fiskus verschont bleiben, wenn sie Firmenbeteiligungen mit Profit weiterverkaufen. Ein nicht unbrisantes Vorhaben - zumal in Zeiten, wo normalen Aktienanlegern die Vermögenszuwachssteuer ins Haus steht. Vonseiten der SPÖ wird schon Widerstand signalisiert.
Molterer will sich davon aber nicht beirren lassen. In seiner Schublade liegt der Entwurf für ein neues Kapitalmarktstärkungsgesetz, der, wie es aus seinem Büro heißt, "in den nächsten Wochen in die Begutachtung geht". Das Paket besteht im Kern aus dem Investmentgesellschaften-Gesetz (IGG) sowie einigen notwendigen Änderungen im Einkommens- und Körperschaftssteuerrecht. Böhler-Uddeholm-General Claus Raidl, der schon für Wolfgang Schüssel an Gesetzen mitwirkte, ist einer der Autoren des Papiers.
Laut FORMAT-Recherchen muss eine Investmentgesellschaft, die von der Steuerbefreiung profitieren will, künftig als börsennotierte AG oder als KG firmieren, sich in ein zentrales Melderegister der Kontrollbank (OeKB) eintragen oder unter anderem monatliche Berichte über Beteiligungen und Bewertungsmethoden abliefern.
Private-Equity-Fonds
Das Geschäftsmodell von Private-Equity-Fonds ist schnell erklärt: Sie sammeln Gelder von privaten und institutionellen Anlegern, nehmen dazu Kredite auf und stellen das Geld einem Unternehmen gegen Anteile als Eigenkapital zur Verfügung. Nach einigen Jahren steigen sie über die Börse oder durch Verkauf an strategische Investoren wieder aus. So pumpten Fonds um Michael Tojner mit seiner Investmentgesellschaft GEP und die UIAG 425 Millionen Euro 1999 in den Anlagenbauer Andritz und verdienten beim Ausstieg vier Jahre später gut 360 Millionen. Der UIAG brachte das Engagement beim Büromöbelhersteller Bene nach nur zwei Jahren über 70 Prozent Rendite.
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