Frankreich in Kontakt mit gekaperter Jacht:
"Die Sache könnte noch sehr lange dauern"
- Piraten nahmen 30 Besatzungsmitglieder als Geisel
- Somalia ist überaus berüchtigt für Piratenüberfälle
Zwei Tage nach der Kaperung einer französischen Luxusjacht vor der somalischen Küste hat die Regierung in Paris nach eigenen Angaben einen ersten Kontakt zu den Piraten hergestellt. "Wir haben Kontakt aufgenommen, und die Sache könnte sehr lange dauern", sagte Außenminister Kouchner. Der Kontakt müsse "fruchtbar" sein, es müsse alles dafür getan werden, ein Blutvergießen zu verhindern.
Auf die Frage, ob Frankreich zur Zahlung eines Lösegeldes bereit wäre, sagte Kouchner: "Wir werden sehen." Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy im Pariser Elysee-Palast beriet mit Kouchner sowie mit Premierminister Francois Fillon, Generalstabschef Jean-Louis Georgelon und einem Vertreter des Verteidigungsministeriums über die Angelegenheit.
Nach Angaben des Generalstabs in Paris steuerte die Segeljacht "Ponant" zur gleichen Zeit Richtung Süden. Die Jacht wurde demnach weiter aus der Distanz von der französischen Fregatte "Le Commandant Bouan" verfolgt, die im Rahmen des multinationalen Marine-Einsatzverbands Task Force 150 in der Region stationiert ist.
Der Dreimaster war im Indischen Ozean, am Eingang des Golfs von Aden, von den mutmaßlichen Piraten geentert worden. Die Jacht war unterwegs zur ägyptischen Hafenstadt Alexandria, um von dort Passagiere nach Malta zu bringen. An Bord war nur die Besatzung aus 22 Franzosen und zehn Ukrainern.
Ein mit der Entführung befasster französischer Diplomat sagte, die Geiseln - darunter sechs Frauen - würden gut behandelt. Sie hätten zu essen bekommen, außerdem hätten sie sich waschen dürfen. (apa/red)
