Samstag, 5. April 2008

Letztes Treffen zwischen Amtskollegen:
Bush & Putin sprechen über Raketenabwehr

  • Gemeinsamer "Fahrplan" deklariertes Ziel in Sotchi
  • Plus: Bush verspricht Kroaten leichtere USA-Einreise

Einen Monat vor dem Ende seiner Amtszeit kommt der russische Präsident Wladimir Putin am Wochenende zu seinem letzten Treffen mit US-Präsident George W. Bush zusammen. Im Mittelpunkt der Beratungen im russischen Seebad Sotschi am Schwarzen Meer soll der Streit um die US-Pläne zur Stationierung einer Raketenabwehr in Osteuropa stehen. US-Präsident Bush hat Kroatien in Zagreb als Beispiel dafür bezeichnet, dass es sich lohnt, für die Freiheit zu kämpfen.

In der Hoffnung darauf, dass Russland seinen Widerstand gegen das Projekt aufgibt, haben die USA der Regierung in Moskau eine Einbindung in das Projekt vorgeschlagen. Putin hat seine Ablehnung bisher aber noch nicht aufgegeben. Er vertritt den Standpunkt, dass die Stationierung die Sicherheit Russlands gefährde. Eine Sprecherin des Weißen Hauses erklärte auf dem Flug nach Russland, es werde kein Durchbruch erwartet. Experten halten eine Einigung dagegen für möglich.

Offizielles Ziel des Treffens in der Olympiastadt 2014 ist es, einen "Fahrplan" für die künftige Zusammenarbeit der beiden Länder unterzeichnen. Das Dokument solle "ehrlich" auf gemeinsame Positionen, aber auch deutlich auf Meinungsunterschiede zwischen Moskau und Washington eingehen, sagte Putins Berater, Sergej Prichodko, nach Angaben der Agentur Interfax.

Mit dem Besuch in Sotschi schließt Bush eine mehrtägige Reise durch Osteuropa ab. Zuletzt war der US-Präsident zwei Tage in Kroatien, dem er mit Blick auf die Einladung zum NATO-Beitritt versprach, dass Amerika und die NATO die Freiheit des Landes schützen wollten. Bush versprach den Kroaten bei einem Treffen mit Regierungschef Ivo Sanader auch eine erleichterte Einreise in die USA. (apa/red)

5.4.2008 21:48