Präsidentschaftswahl 2008 in Montenegro: Gute Siegchancen für Staatschef Vujanovic
- Wahlkampf verlief weitgehend ruhig und unaufgeregt
- Ersten Präsidentschaftswahl seit der Unabhängigkeit

·Wahl in Montenegro: Kandidaten im Porträt
KLICKEN: Amtsinhaber Vujanovic klarer Favorit
Mit abschließenden Kundgebungen der vier Kandidaten und einer TV-Debatte ist der Wahlkampf vor der montenegrinischen Präsidentschaftswahl beendet worden. Amtsinhaber Filip Vujanovic von der regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS) hat nach Meinungsumfragen gute Aussichten auf eine Wiederwahl, womit die seit 1990 bestehende Hegemonie der DPS in der montenegrinischen Politik erneut bestätigt würde.
Die Kampagne vor der ersten Präsidentschaftswahl seit der Ausrufung der Unabhängigkeit Montenegros im Juni 2006 verlief eher ruhig. Die drei Oppositionskandidaten Nebojsa Medojevic, Andrija Mandic und Srdjan Milic vermieden es auffallend, sich gegenseitig anzugreifen. Der Vorsitzende der Serbischen Liste Mandic äußerte die Bereitschaft, künftig enger mit anderen Oppositionsparteien zu kooperieren. Medojevic und Milic reagierten positiv auf das Angebot des Chefs der größten Oppositionspartei. Vor der Stichwahl wolle man alle Stimmen der Opposition vereinigen, betonte die Mandic-Partei.
Die Oppositionschefs hätten eingesehen, dass sie sich durch wechselseitigen Angriffe nur einen weiter Schaden würden, nachdem sie sich schon nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten bei der Präsidentenwahl hätten einigen können, analysierte der Leiter des nichtstaatlichen Zentrums für Demokratische Transition (CDT), Marko Canovic.
Schlagabtausch
Den heftigsten Schlagabtausch lieferten sich im Wahlkampf DPS-Politiker und der Vorsitzende der Bewegung für Veränderungen (PZP), Medojevic. Er gilt schon seit Jahren als populärster montenegrinischer Politiker. Obwohl er schon seit Jahren Korruptionsvorwürfe gegen die Regierung vorbringt, scheinen seine Aussichten auf einen Wahlsieg eher gering. In der abschließenden TV-Debatte verpasste der kommunikationsfreudige Präsidentschaftskandidat die Chance, sich als Führer zu präsentieren. Sein ruhiges Dozieren, einem müden Lehrer in einer Schulklasse gleich, dürfte kaum größere Wirkung auf die Wähler entfaltet haben.
Sieg für Staatschef wahrscheinlich
Jüngste Meinungsumfragen deuten auf einen klaren Sieg von Vujanovic hin. Ob er aber schon im ersten Anlauf die erforderliche absolute Mehrheit erreichen wird, ist jedoch ungewiss. Die Wahllokale schließen um 21.00 Uhr, das CDT will erste Hochrechnungen kurz vor 22.00 Uhr veröffentlichen. In der Nacht auf Montag werden auch erste offizielle Wahlergebnisse erwartet. Sollte der Präsident nicht im ersten Wahlgang gewählt werden wird am 20. April eine Stichwahl zwischen den beiden stärksten Kandidaten stattfinden. Wahlberechtigt sind rund 490.000 Bürger Montenegros.
(APA/red)
