Mittwoch, 2. April 2008

Dalai Lama fordert mehr Druck auf China: Hoffnung auf internationale Unterstützung

  • Bitte an Staats-, Regierungschefs und NGOs gerichtet
  • Dalai Lama berichtet von vielen verletzten Tibetern

Der Dalai Lama hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, Druck auf China auszuüben. Nur so könne das zunehmend scharfe Vorgehen des chinesischen Militärs gegen die anti-chinesischen Proteste in seinem Heimatland gestoppt werden, hieß es in einer veröffentlichten Erklärung des geistlichen Oberhauptes der Tibeter.

"Die chinesischen Behörden haben große Truppenkontingente in traditionell tibetischen Regionen stationiert," erklärte der Dalai Lama. Diese hätten nicht nur damit begonnen, hart gegen vermeintlich an Protesten Beteiligte vorzugehen, sondern auch Orte, an denen Demonstrationen stattfänden, abgeriegelt.

Bitte an Staats- und Regierungschefs
Der Dalai Lama richtete seine Bitte an Staats- und Regierungschefs, Parlamentsabgeordnete, Nichtregierungsorganisationen und die internationale Öffentlichkeit. Diese sollten sich für ein "sofortiges Ende" der derzeitigen Razzien, die Freilassung aller Gefangenen sowie eine angemessene medizinische Versorgung einsetzen.

Unter Berufung auf "verlässliche Quellen" aus seinem Heimatland, berichtete der Dalai Lama von "vielen verletzten Tibetern", die Angst hätten, in chinesische Krankenhäuser zu gehen.

Der Dalai Lama forderte auch die Entsendung eines unabhängigen internationalen Gremiums nach Tibet, um die Unruhen und ihre Auslöser zu untersuchen. Auch Journalisten und internationalen Ärzteteams sollte der Zugang zu der Himalaja-Region ermöglicht werden.

Die anti-chinesischen Proteste in Tibet hatten am 10. März begonnen und waren vier Tage später eskaliert. Dabei wurden nach Angaben der tibetischen Exilregierung mindestens 135 Menschen getötet. Die chinesische Regierung spricht von rund 20 Toten.

(apa/red)

2.4.2008 18:25