Montag, 7. April 2008

Minister Darabos besucht unsere Tschad-
Soldaten: 'Wir haben uns noch nie gedrückt'

  • Gespräche mit tschadischem Amtskollegen Nassour
  • Verteidiungsminister trifft Soldaten im 'Camp Europe'

"Wir haben uns noch nie gedrückt." Verteidigungsminister Darabos ist zu einem Besuch der österreichischen EUFOR-Soldaten im Tschad eingetroffen - und er bekräftigte dort einmal mehr sein Bekenntnis zur heimischen Beteiligung an humanitären Einsätzen unter dem Banner der Vereinten Nationen, auch wenn sie, wie im Fall der Tschad-Mission, von der Opposition einhellig kritisiert werden.

Nach Gesprächen mit seinem tschadischen Amtskollegen Nassour und dem Außenamts-Staatssekretär Outman in der Hauptstadt N'Djamena - ein geplantes Treffen mit Präsident Deby kam vorerst nicht zustande - wollte Darabos noch jenen kleinen Teil der österreichischen EUFOR-Truppe besuchen, die im "Camp Europe" am Rand der Hauptstadt Dienst machen, das als Drehscheibe für den materiellen und personellen Nachschub der eigentlichen Einsatzgebiete im Osten des Landes fungiert.

Der Großteil der internationalen und auch österreichischen Soldaten ist im östlichen Grenzgebiet des Tschad zum Nachbarn Sudan stationiert, wo sich in riesigen Lagern hunderttausende Flüchtlinge vor den blutigen Kämpfen in der Krisenregion Darfur, aber auch vor den Kämpfen zwischen tschadischen Rebellen und Regierungstruppen gerettet haben.

Darabos' Gesprächspartner begrüßten das EUFOR-Engagement zum Schutz der Flüchtlinge, deren Zahl sich laut Verteidigungsminister Nassour weiter erhöht hat. Nach den aktuellen Zahlen des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) sind es fast eine halbe Million.

Einsatz-Verlängerung
Darabos, der, wie von seinem Amtskollegen lobend erwähnt, als erster ausländischer Minister seit der schweren Rebellenoffensive im Februar N'Djamena besucht, sieht jedenfalls den Einsatz weiterhin gerechtfertigt und nach den Anfangsschwierigkeiten auf gutem Weg. Der Minister tritt für eine Verlängerung der derzeit mit 30. Juni befristeten Mission bis März 2009 ein, um sie dann in eine reguläre UNO-Mission überführen zu können.(apa/red)

7.4.2008 20:23