Samstag, 5. April 2008

Schwarzer Infight um Wolfgang Schüssel: Unsanfter Abgang des ÖVP-Klubchefs droht

  • NEWS: Führende VP-Politiker wollen seinen Rücktritt
  • PLUS: Plassnik rügt Fischler scharf für Schüssel-Kritik

Erst kürzlich machte Wolfgang Schüssel in einer Sitzung des VP-Parlamentsklubs seinem Ärger Luft: Er habe es satt, dass "permanent Partei-Interna in die Medien dringen" würden. Das habe aufzuhören, polterte der schwarze Klubobmann. Drohung ohne große Wirkung, denn prompt ist eine offene Diskussion über die politische Zukunft von Schüssel in der ÖVP entbrannt.

Franz Fischler, ehemaliger VP-EU-Kommissar und nach wie vor mächtiger VP-Berater, eröffnet die Debatte erneut: "Wolfgang Schüssel ist schon allein durch sein Dasein als Klubobmann ein Problem."

Schüssel-Gegner machen mobil
Im Hintergrund formieren sich die Gegner des einstigen schwarzen Strahlemanns, der den passenden Zeitpunkt für seinen Abgang in den Augen vieler Parteifreunde schlicht verpasst hat. "Die Entscheidung liegt bei Schüssel selbst, inwieweit er Wilhelm Molterer hilft oder in seiner Rolle als Klubobmann der Partei schadet", so VP-Mandatar Ferdinand Maier. Doch nicht nur Fischler und Maier sehnen sich nach Schüssels Abgang.

Misstrauen von Gegnern wie Freunden
Tatsächlich haben die vergangenen Wochen den Politpokerer Schüssel auch in den eigenen Reihen beschädigt. Der Taktierer wollte schließlich unmittelbar nach Alfred Gusenbauers Forderung nach einer vorgezogenen Steuerreform sein letztes großes Hasard wagen und in Neuwahlen ziehen.

Der Plan scheiterte freilich am Nein der Opposition. Grüne, Blaue und Jörg Haider misstrauen jenem Mann, der sie laut Eigenangaben "zu oft hintergangen" hatte, zu sehr, um ihm den letzten großen Dienst zu erweisen. " Die SPÖ fürchtet sich vor ihm. Und Blau und Orange wollen sich wegen der damaligen Koalition an ihm rächen," meinte ein Schüssel-Fan in der Regierung. Etwas, das Schüssel selbst wohl auch in den vergangenen Tagen eingesehen hat.

Sein Parteiobmann Molterer ist ihm freilich weiter treu ergeben - aus jahrzehntelanger Loyalität. "Auch zum Preis, dass er selber mit untergeht", wie es ein VP-Mann sieht.

Die ganze Geschichte lesen Sie im aktuellen NEWS Nr. 14

5.4.2008 20:31