Mittwoch, 2. April 2008

Masern-Epidemie breitet sich weiter aus:
Nun auch Ansteckungsfälle in Oberösterreich

  • In Salzburg wird man der Ausweitung nicht Herr
  • Fünf Patienten im Krankenhaus außer Lebensgefahr

Die Masern-Epidemie in Salzburg zieht auch Kreise nach Oberösterreich: Drei Kinder einer Familie aus Frankenmarkt (Bezirk Vöcklabruck) sind erkrankt. Alle sind Schüler der Waldorfschule Salzburg. Das teilte das Büro von Gesundheitslandesrätin Silvia Stöger mit.

Einen weiteren Fall gibt es möglicherweise an einer HTL in Steyr. Dort dürfte ein Mädchen ebenfalls an Masern erkrankt sein, so das Büro Stöger. Es bestehe aber kein Grund zur Sorge: Die Schülerin, die in Salzburg wohnt und in Oberösterreich lediglich die Schule besucht, sei die ganze Inkubationszeit über zu Hause gewesen, weil sie Osterferien hatte. Berichte, wonach es Erkrankungen im Bezirk Braunau gebe, wurden vom Gesundheitsressort nicht bestätigt.

Weitere Ausbreitung in Salzburg
Indes scheint man der Masern-Epidemie in Salzburg nicht Herr zu werden, denn die Krankheit breitet sich immer weiter aus. In der Stadt Salzburg waren bis jetzt 127 Krankheitsfälle registriert - die Zahl steige ständig, hieß es auf Anfrage aus dem Info-Z. Neben der Stadt Salzburg sind auch im Flachgau, Tennengau und im benachbarten Bayern bekannt.

Im Salzburger Landeskrankenhaus werden laut dem Vorstand der Inneren Medizin III, Richard Greil, fünf Patienten im Alter von 16 bis rund 30 Jahren behandelt. "Sie sind alle außer Lebensgefahr. Eine 21-jährige Patientin leidet an einer Masern bedingten Lungenentzündung. Sie befindet sich auf dem Weg der Besserung." Die Frau werde auf der Infektiologie isoliert behandelt.

Keine Hirnhautentzündung
Zwei Masern-Kranke im Alter von 20 bis 30 Jahre liegen in der Hautklinik. Sie haben Hautausschläge und hohes Fieber. Bei einem der beiden 16- und 18-Jährigen, die in der Kinderklinik stationär aufgenommen wurden, habe sich der ursprüngliche Verdacht auf eine Hirnhautentzündung nicht bewahrheitet, zeigte sich Greil erleichtert.

Das Krankenhaus treffe alle Maßnahmen, damit keine anderen Patienten oder das Pflegepersonal angesteckt werde. Der Mediziner appellierte an die Bevölkerung, bei Auftreten von Symptomen wie Fieber und Hautausschlägen entweder beim Hausarzt oder in der Klinik anzurufen, damit die Patienten nicht auf dem Krankenhausareal herumirren und andere anstecken. "Für Erwachsene wurde ein Untersuchungszimmer neben der Kirche im 1. Stock der Infektiologie der I. Medizin eingerichtet."

Aufruf zur Impfung
Zur Eindämmung der Epidemie wiederholt die Gesundheitsbehörde der Stadt Salzburg dringend den Aufruf, den individuellen Impfstatus in Rücksprache mit den Hausärzten zu erheben und gegebenenfalls die Impfung nachzuholen. Die Impfung besteht aus zwei Teilen und kann auch nach bereits erfolgter Ansteckung, aber noch nicht ausgebrochener Masern-Erkrankung vorgenommen werden. Im Gesundheitsamt, in dem die Impfung gratis ist, herrschte ein großer Andrang.

Sechs Schulen betroffen
Allein in der Walddorfschule seien 105 Krankheitsfälle bekannt. Durch Sozialkontakte wurde auch Kinder anderer Schulen angesteckt, hieß es. Jeweils einen Fall gebe es in fünf weiteren Schulen, und zwar in der Musikhauptschule Maxglan II sowie im Akademischen-, Wirtschaftskundlichen-, Musischen- und Christian-Doppler-Gymnasium. Das kann sich stündlich ändern, sagte Fuchs.

Derzeit wird der Impfstatuts der Schüler in den betroffenen Schulen erhoben. "Wer sich nicht impfen lässt, dem wird der Schulbesuch nach dem Epidemiegesetz untersagt. Falls sich in diesen Schulen die Epidemie nicht weiter ausbereitet, werden sie nicht gesperrt." Nach Angaben des Landesschularztes Rainer Liebl liege dort die Impfquote bei 90 Prozent. (apa/red)

2.4.2008 15:24