Freitag, 11. April 2008

So bleiben Sie gesund - Teil 2

  • Kampf dem Krebs - Ihr Vorsorgeplan

Was Sie persönlich und die Medizin gegen den ,Killer Krebs‘ tun können.
Haben Sie Fragen zu Ihrer Gesundheit? Nützen Sie die Möglichkeit und holen Sie sich fachkundige Meinung ein. Schicken Sie einfach ein Mail an: meryn.siegfried@news.at!

Krebs stellt nach wie vor die zweithäufigste Todesursache in Österreich dar. Jährlich werden etwa 40.000 Neuerkrankungen und 18.800 Tote registriert, womit ein Viertel aller Todesfälle auf bösartige Neubildungen, vulgo: Krebs, zurückzuführen sind. Doch der Trend ist positiv: Laut neuestem Todesursachen-Atlas der Statistik Austria ging die Krebssterblichkeit in der Periode 1998/2004 im Zehn-Jahres-Vergleich bei Männern und Frauen um jeweils 13 Prozent zurück.

Lungenkrebs stellt mit einem Anteil von 24 Prozent nach wie vor die häufigste Krebstodesursache bei Männern dar, obwohl die Sterblichkeit binnen zehn Jahren um 17 Prozent gesunken ist. Bei Frauen hingegen hat sie deutlich (+21 %) zugenommen. Die häufigste weibliche Krebs­todesursache ist unverändert Brustkrebs (18 %), allerdings bei ebenfalls sinkender Sterblichkeitsrate (–8 %).

Was kann man selbst und was kann die Medizin gegen Krebs tun? Darum geht es im zweiten Teil der NEWS-Serie „So bleiben Sie gesund“. Die Top-Krebsspezialisten Chris­toph Zielinski und Gabriela Kornek, beide von der Klinischen Abteilung für Onkologie der Medizinischen Universität Wien im AKH, beantworten gemeinsam mit Fachleuten der Österrei­chischen Krebshilfe die wich­tigs­ten Fragen zum „Killer Krebs“.

Durch eine deutlich verbesserte Früherkennung, verfeinerte chirurgische Methoden, exakte Strahlentherapie und die Verbesserung und Neuentwicklung von zielgerichteten Medikamenten hat Krebs viel von seinem Schrecken verloren. Trotz aller therapeutischen Fortschritte sind die meisten Krebserkrankungen noch nicht heilbar. Bei manchen sind allerdings spektakuläre Erfolge zu verzeichnen und sogar Heilung möglich. Bei vielen anderen Karzinomen lautet das Ziel zumindest, dass sie wie eine chronische Erkrankung verlaufen. Dank verträglicher und individuell abgestimmter Medikation können Ärzte jahrelang stabile und gute Lebensqualität gewährleisten. Gerade bei den häufigsten Krebsarten, wie etwa Brust- oder Darmkrebs, konnten im vergangenen Jahrzehnt große therapeutische Fortschritte erzielt werden. Aber selbst der Lungenkrebs, der lange als unmittelbares Todesurteil galt, ist heute, sofern früh erkannt, gut behandelbar.

In fünf bis zehn Prozent der Fälle beruht eine Krebserkrankung auf einer angeborenen genetischen Veranlagung. Hat et­wa die Mutter Brustkrebs, ist das Risiko bei Töchtern fünf- bis sechsmal erhöht, bei Prostatakrebs des Vaters können Söhne mit einem zwei- bis zehnfachen Krebsrisiko rechnen, bei Dickdarmkrebs eines Elternteils ist dieses doppelt so hoch. Hat etwa ein Vater mit 40 Jahren Dickdarmkrebs, sollten die Kinder bereits mit 30 zur Darmspiegelung. Es gibt wenige Untersuchungen, die in der Bevölkerung einen so schlechten Ruf haben wie die Koloskopie. Die zu Recht beklagten negativen Erfahrungen wurden vor mehr als zehn Jahren gemacht. Das ist heute anders! Die sanfte Koloskopie hat wesentliche Fort­schritte gebracht. Mithilfe der Verabreichung einer Prämedikation (Kurzanästhesie) spürt der Patient die Darmspiegelung nicht mehr. Eine Auflistung der Koloskopiestellen mit Quali­tätszertifikat gibt es bei der Krebshilfe.

Gesundheits-Check: Sind Sie Krebs gefährdet?

Brustkrebs:

Besonders wenn die folgenden Faktoren kombiniert und über längere Zeit auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen:

- Neu aufgetretene Knoten, Verhärtungen oder Größendifferenz der Brust
- Veränderungen in Form, Größe und Beweglichkeit der Brust
- Einziehung der Haut auf der Brust
- Veränderungen, Einziehungen oder Absonderungen aus der Brustwarze
- Plötzliche Rötung der Brust
- Knoten in der Achselhöhle oder über dem Schlüsselbein
- Anhaltende Schmerzen in der Brust

Risikofaktoren:
Ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko haben Sie, wenn …

- Sie älter als 50 Jahre sind;
- Sie keine Kinder haben oder erst nach dem 30. Lebensjahr schwanger werden;
- Ihre erste Regelblutung vor dem 12. Lebensjahr einsetzte;
- Sie erst spät in die Wechseljahre gekommen sind;
- in Ihrer Familie mehrere Frauen vor dem 50. Lebensjahr an Brust- und/oder Eierstockkrebs erkrankt sind

Lungenkrebs:

Besonders wenn die folgenden Faktoren kombiniert und über längere Zeit auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen:

- Neu einsetzender und über Wochen anhaltender Husten oder sich verschlimmernder chronischer Husten
- Bluthusten
- Atembeschwerden bis zur Atemnot
- Lungengeräusche beim
Atmen, Brustschmerzen
- Lungenerkrankungen wie Bronchitis, die nicht ausheilen
- Heiserkeit und/oder Schluckbeschwerden
- Fieber, Nachtschweiß
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsknick
- Appetitlosigkeit, ungewollter Gewichtsverlust

Risikofaktoren:
Ein erhöhtes Lungenkrebs-Risiko haben Sie, wenn …

- Sie täglich rauchen;
- Sie schon früh mit dem Rauchen begonnen haben;
- Sie seit vielen Jahren rauchen;
- Sie im Beruf häufig Feinstaub-belastungen ausgesetzt sind;
- Sie an einer verkehrsintensiven Straße leben.

LEBEN MIT KREBS - INFORMATIONSVERANSTALTUNG
NEUESTE KREBSTHERAPIEN

Erfolge-Chancen-Hoffnungen
DER PATIENT IM ZENTRUM

Mittwoch, 2.April 2008 , 18.00 – 20.00 Uhr, ORF RadioKulturhaus,
Argentinierstrasse 30a, 1040 Wien

Programm:
Begrüßung und Einführung, Univ.Prof.Dr.Christoph ZIELINSKI,
Koordinator der Initiative Leben mit Krebs

PodiumsteilnehmerInnen:
Dr.Konrad BRUSTBAUER, Wiener Patientenanwalt
Gertrude BUCHMANN, Frauenselbsthilfe nach Brustkrebs
Univ.Prof.Dr. Bob DJAVAN, Univ.Klink für Urologie
Univ.Prof.Dr. Raimund JAKESZ, Univ.Klink für Chirurgie, Klin.Abt.für Allgemeinchirurgie
Univ.Prof.Dr. Gabriela KORNEK, Univ.Klink für Innere Medizin I, Klin.Abt. für Onkologie
Univ.Prof.Dr. Heinz LUDWIG, Vorstand 1.Medizinische Abteilung mit Onkologie, Wilhelminenspital Wien
Helga THURNHER, Selbsthilfegruppe Darmkrebs
Wolfgang WAGNER, APA – Austria Presseagentur
Univ.Prof.Dr. Christoph ZIELINSKI, Vorstand der Univ.Klink für Innere Medizin I, Klin.Abt. für Onkologie, Koordinator Leben mit Krebs

Im Anschluss an das Informationsforum stehen die ExpertInnen für persoenliche Gespraeche und Beratung zur Verfügung.

11.4.2008 17:24