Freitag, 28. März 2008

Trauer in Hollywood: Oscar-Preisträger Abby Mann ist in Beverly Hills gestorben

  • Galt als sozialkritischer Drehbuchautor und Produzent
  • Schaffte Durchbruch mit "Das Urteil von Nürnberg"

Der amerikanische Drehbuchautor Abby Mann, der für den Film "Das Urteil von Nürnberg" mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, ist tot. Mann starb im Alter von 80 Jahren, wie der amerikanische Schriftstellerverband mitteilte. Er sei in Beverly Hills einem Herzversagen erlegen, berichtete die "Los Angeles Times". In seiner über 50-jährigen Laufbahn als Autor und Produzent widmete sich Mann, der auch zahlreiche Emmys gewann, vor allem anspruchsvollen Justizdramen und sozialkritischen Themen.

Sein weltweiter Durchbruch gelang dem bis dahin nur mäßig erfolgreichen Autor von Fernsehdrehbüchern in den 1950er Jahren: Das Drehbuch für "Das Urteil von Nürnberg", in dem es um die Nürnberger Prozesse ging, schrieb er zunächst fürs Fernsehen, dann auch eine Kinoversion. 1961 kam der Film mit Starbesetzung ins Kino, darunter waren Spencer Tracy, Burt Lancaster, Marlene Dietrich und Maximilian Schell. Der Film wurde für elf Oscars nominiert, Schell und Mann bekamen einen.

Wegbegleiter sahen der 1927 in Philadelphia geborenen Sohn jüdischer Einwanderer aus Russland als sozialkritischen Künstler. "Schon in seinen jüngsten Tagen führte ihn ein moralischer Kompass, der nie schwankte", sagte Del Reisman, ehemaliger Präsident der US-Autorengewerkschaft. Für den Dokumentarfilm "Recht, nicht Rache", der die Geschichte des Holocaust-Überlebenden und Menschenrechtlers Simon Wiesenthal darstellte, erhielt Mann einem Emmy. Auch Martin Luther King widmete er eine Dokumentation.

Doch in Erinnerung wird Mann auch für die Schaffung eines banaleren Helden bleiben: Kojak. Mann hatte 1973 die Idee zum Pilotfilm, aus der später die erfolgreiche Krimiserie "Kojak - Einsatz in Manhattan" wurde. Ein glatzköpfiger Grieche, George Savalas als Theo Kojak, mischte darin New Yorks Unterwelt auf.

Mann selbst lag jedoch die Sozialkritik mehr am Herzen: Damit ein Autor sein Geld wert sei, dürfe er nicht nur unterhalten, sondern müsse die Welt, in der er lebe, auch kommentieren, sagte Mann bei der Oscarverleihung. "Nicht nur kommentieren, sondern vielleicht auch versuchen, die Welt zu verändern."

(apa/red)

28.3.2008 07:45

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