Vermögenszuwachssteuer vermutlich bei 25%: 'Bekannter und bewährter Prozentsatz'
- Molterer schließt neue Steuer für 2009 nicht aus
- Zukunfsvorsorge: Vizekanzler kündigt Ausnahmen an

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Bruckner sieht keine großen Mehreinnahmen
Die Vermögenszuwachssteuer dürfte wie die Kapitalertragssteuer bei 25 Prozent liegen, sollte sie tatsächlich eingeführt werden. Das sei ein "nicht unbekannter und bewährter Prozentsatz", meinte Finanzminister Molterer. Gleichzeitig kündigte er Ausnahmen an, vor allem was die Zukunftsvorsorge betrifft, also die zweite bzw. dritte Säule im Pensionssystem.
Bezüglich der Einführung der neuen Steuer schließt Molterer zumindest nicht aus, dass sie schon im Jänner 2009 kommt, sollte sich bis dahin herausgestellt haben, dass die Einsparungspotenziale bei den Kassen zu deren Sanierung nicht ausreichen: "Das wäre der früheste Zeitpunkt." - Dies erklärte er gegenüber "im "Wirtschaftsblatt".
Frage der Sinnhaftigkeit
Der Steuerexperte Karl Bruckner erwartet unterdessen bei der Einführung einer Vermögenszuwachssteuer keine grundsätzlichen Probleme, wenn sie auf Wertpapiere und Immobilien beschränkt wird. Das System wäre exekutierbar, wenn die Banken mitspielen, betonte Bruckner im Gespräch mit der APA. Auch mit Steuerflucht ins Ausland sei "nicht unbedingt" zu rechnen. Mit besonders hohen Mehreinnahmen für das Gesundheitssystem wäre seiner Meinung nach aber nicht zu rechnen, weil die meisten Anleger ohnehin in schon jetzt steuerpflichtigen Fonds anlegen.
Sollte die Regierung eine Vermögenszuwachssteuer einführen, fordert die Interessensvertretung der Privatanleger auch die Einbeziehung von Stiftungen und Aktienfonds. Andernfalls würde eine derartige Steuer nur sehr wenig Geld einbringen, argumentiert der Chef des Interessensverbandes für Anleger (IVA), Wilhelm Rasinger, im Gespräch mit der APA: "Wenn's nur den österreichischen Privatanleger trifft, dann wird's nicht allzu viel sein. Wenn, dann geht es um eine gleichförmige Belastung von bisher Privilegierten."
(apa/red)

