Mittwoch, 26. März 2008

Asfinag erhöht Lkw- Maut um 2,2 Prozent: Frächter protestieren gegen die Anpassung

  • Pkw- und Motarrad-Vignette sind nicht betroffen
  • Fachverband der Transporteure fürchtet Katastrophe

Die Lkw-Maut auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen wird teurer. Laut Verkehrsministerium soll die Maut per 1. Mai um 2,2 Prozent erhöht werden. Grund für die Anhebung ist die vom Parlament 2007 beschlossene automatische Inflationsanpassung. Die Frächter warnen davor, dass sich die Preise für Produkte weiter erhöhen werden. Der Preis der Pkw- und Motorrad-Vignette bleibt unverändert.

Die Autobahngesellschaft Asfinag verteidigt die geplante Anhebung der Lkw-Maut, die ihr Mehreinnahme von 21,9 Millionen Euro bescheren soll. Nicht nur die allgemeine Teuerungsrate sei gestiegen. Insbesondere habe sich auch der Baukostenindex erhöht, hieß es auf APA-Anfrage. Die neue Aufregung sei nicht nachvollziehbar, das entsprechende Gesetz schließlich schon im Vorjahr beschlossen worden. Rund 55 Prozent der Einnahmen aus der Lkw-Maut kommen von ausländischen Lastwagen, rund 45 Prozent von heimischen Unternehmen. Insgesamt wurden 2007 984 Millionen Euro an Mauteinnahmen erzielt.

Katastrophe für Transporteure
Eine neuerliche Erhöhung der Maut stelle "für die österreichischen Transporteure eine wirtschaftliche Katastrophe dar", beklagte der Obmann des Fachverbands Güterbeförderung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Nikolaus Glisic, in einer Reaktion. Die Preisverhandlungen fänden immer zum Ende des Jahres statt. Mitten im Jahr nachträglich eine Kostenerhöhung bei den Transportverträgen zu verhandeln sei sehr schwierig Glisic wirft der Regierung vor, dass sie "selbst der größte Preistreiber" sei.

Der Fachverband erklärte in seiner Stellungnahme zur Begutachtung, dass die neuerliche Erhöhung der Mauttarife "nicht im Einklang mit den Bestimmungen zur Europäischen Wegekostenrichtlinie steht". Die Asfinag dagegen geht davon aus, dass die mit Mai geplante Mauterhöhung den rechtlichen Rahmenbedingungen entspreche.

(apa/red)

26.3.2008 14:38