EZB erwartet weiter hohe Inflationsraten: Unsicherheiten sind bei Konjunktur hoch
- EZB-Präsident Trichet will den Inflationsdruck senken
- Krise auf den Finanzmärkten als Unsicherheitsfaktor

·Stärke des Euro als Schwäche des Dollar
Sinkender US-Zinsvorteil belastet den Dollarkurs
Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet weiter hohe Inflationsraten in der Eurozone. Die Inflationsrate werde 2008 und 2009 deutlich über zwei Prozent bleiben, sagte der Präsident der EZB im Wirtschafts- und Währungsausschuss im EU-Parlament in Brüssel. Damit werde die Phase der hohen Raten länger dauern als ursprünglich erwartet.
Für die EZB sei es bedeutend, weiteren Inflationsdruck durch hohes Lohnwachstum und weitere Preissteigerungen zu verhindern. Um die Glaubwürdigkeit zu sichern, sei es wichtig, die Leitzinsen weiter nur an der Preisstabilität zu orientieren. "Wir haben unsere Leitzinsen auf dem gegenwärtigen Stand gehalten, weil wir glauben, dass dies notwendig ist, um mittelfristig Preisstabilität zu gewährleisten", sagte Trichet. Der EZB-Leitzins liegt seit vergangenem Sommer bei vier Prozent. Die US-Notenbank hat den Leitzins indes wegen der Krise auf den Finanzmärkten schrittweise auf 2,25 Prozent gesenkt.
Trichet verwies auf die guten Basisdaten für die Eurozonen-Wirtschaft trotz der nach unten korrigierten Wachstumsaussichten. Allerdings seien die Unsicherheit für die Konjunktur "außergewöhnlich hoch", betonte der EZB-Präsident, unter anderem weil die Krise auf den Finanzmärkten weitergehen könnte, aber auch durch drohende protektionistische Tendenzen auf den Rohstoffmärkten sowie globale Ungleichgewichte. "Wir sind besorgt über exzessive Schwankungen des Wechselkurses", sagte Trichet zum Höhenflug des Euro gegenüber dem Dollar.
(apa/red)

