Dienstag, 25. März 2008

Osteuropa als Motor für Siemens: Standort Österreich als Tor zu den neuen Märkten

  • Siemens in Wien hat Verantwortung über Osteuropa
  • Gerüchte über Veränderungen bei Verantwortungen

Siemens Österreich ist das Tor des Münchner Elektrokonzerns nach Südost- und Zentraleuropa. Es trägt die Gesamtverantwortung für die Slowakei, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Rumänien und Bulgarien. Jüngsten Spekulationen zufolge könnten nach einer internationalen Umstrukturierung nur noch Ungarn, Tschechien und Rumänien übrig bleiben.

Dabei sind die CEE-Länder die Wachstumsbringer für Österreich. Während der Technologiekonzern hierzulande heuer nur mit dem Markt wachsen will, soll in Südost- und Zentraleuropa ein Plus über dem Doppelten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des jeweiligen Landes erzielt werden, hieß es Ende des Vorjahres bei der Bilanzpressekonferenz.

Veränderungen bei Siemens
Das Unternehmen hatte schon in der jüngeren Vergangenheit einige Veränderungen durchlebt. Dazu zählt die Integration der PSE in Siemens IT Solutions and Services ebenso wie die Ausgliederung der COM-Bereiche. Zuletzt sorgten Berichte, wonach drei Teilbereiche ausgelagert werden, für dicke Luft zwischen Management und Belegschaftsvertretern. Außerdem halten sich seit langem Gerüchte, dass die Österreich-Niederlassung bei der Siemens-Schmiergeldaffäre eine gewichtige Rolle gespielt haben soll. Österreich-Chefin Brigitte Ederer hatte dies stets bestritten.

Siemens Österreich/CEE hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/07 (per Ende September) den Umsatz um 8,2 Prozent auf 7,516 Mrd. Euro gesteigert. Der Auftragseingang stieg um 10,3 Prozent auf 8,966 Mrd. Euro. Der Mitarbeiterstand reduzierte sich um rund 1.000 Personen. Hierzulande wurde ein Minus von 7,8 Prozent auf 7.590 Mitarbeiter verzeichnet. Insgesamt beschäftigt der Konzern 30.254 Mitarbeiter. In den vergangenen Tagen waren Gerüchte aufgetaucht, dass es zumindest bald um einen weniger sein könnten. Österreich-Chefin Ederer wurde sowohl als ÖBB-Boss wie auch als Nachfolgerin von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) gehandelt.

Die wichtigsten Siemens-Geschäftspartner sind nach wie vor die ÖBB und die Wiener Linien. Alleine die Bundesbahn sorgte zuletzt für einen Jahresumsatz von 650 Mio. Euro. Im IT-Sektor ist Siemens der größte Service Provider des Landes. Im Frühjahr 2005 schnappte sich Siemens die VA Tech. Dies war mit einer Kaufsumme von rund 1 Mrd. Euro der drittgrößte Industrie-Deal in der Geschichte Österreichs.

(apa/red)

25.3.2008 10:45