26.3.2008 07:15

"Niederländer werden uns unterschätzen":
Heerenveen-Legionär Prager kennt sich aus

  • Österreicher wird dem Club bald den Rücken kehren
  • Frustriert über Kurzeinsätze in Hollands "Eredivisie"

Thomas Prager ist sozusagen "Österreichs Mann in den Niederlanden". Der Heerenveen-Legionär ist derzeit Österreichs einziger A-Team-Spieler in der niederländischen "Eredivisie". Für den 22-Jährigen, der bereits 13 Einsätze im ÖFB-Dress absolviert hat, ist das Testspiel gegen "Oranje" heute (20.30 Uhr/live auf news.at) aber nicht nur deshalb ein besonderes.

"Wir müssen so spielen wie gegen Deutschland in der ersten Hälfte, ein Tor wäre nicht schlecht", meinte Prager, der schon seit Jugendtagen bei Heerenveen spielt. Er zeigte sich zuversichtlich, dass sich auch gegen die Mannschaft von Marco van Basten ähnlich viele Möglichkeiten ergeben werden wie gegen die DFB-Elf. "Ich denke nämlich, dass uns die Niederländer unterschätzen werden."

"Österreichischer Fußball wird nicht wahrgenommen"
Prager weiß, wovon er spricht. Denn während er den niederländischen Fußball besonders dank seines Jugendsystems zu schätzen gelernt hat, erfährt der heimische Kick im Land des Europameisters von 1988 keine besondere Wertschätzung. "Der österreichische Fußball wird dort überhaupt nicht wahrgenommen", stellte Prager unmissverständlich klar. Für seine niederländischen Teamkollegen sei denn auch keine Frage, "dass die Partie 4:0 für die Niederlande ausgeht".

Bei Prager macht sich Frust breit
Dass Prager Heerenveen im Besonderen und den Niederlanden im Allgemeinen sobald wie möglich den Rücken kehren will, hat damit freilich nichts zu tun. Seine Situation ist jedenfalls vertrackt. Schon in der Winterpause wollte er wechseln, ein Angebot des spanischen Erstligisten Santander lag vor. Doch der Verein, bei dem er einen Vertrag bis 2010 hat, wollte ihn nicht ziehen lassen. Frust machte sich breit.

"Ich bin schon im Herbst nicht so zum Zug gekommen, wie ich mir das vorgestellt habe", sagte Prager, der in der laufenden Saison bis dato über Kurzeinsätze nicht hinauskam, weil er in den System-Überlegungen von Trainer Verbeek eine untergeordnete Rolle spielt. "In den ersten Tagen nach der Winterpause habe ich mich dann schon gefragt: ,Was machst du überhaupt noch da?'", machte Prager aus seinem Ärger keinen Hehl. Im Sommer jedenfalls möchte er bei einem neuen Verein ("Ich will nicht verliehen werden") außerhalb der Niederlande unterkommen.

Bei EURO will Prager dabei sein
Doch der drittkleinste Spieler des ÖFB-Teams (1,74 Meter, nur Christoph Leitgeb/1,71 und Markus Weissenberger/1,68 sind kleiner) betrachtet die Sache relativ nüchtern, ändern kann er sein Schicksal kurzfristig ohnehin nicht. Zudem steht die EM vor der Tür, und Prager "will dabei sein. Der Teamchef kann mir helfen, indem er mich einberuft. Und dafür bin ich ihm auch sehr dankbar."

(apa/red)

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26.3.2008 07:15
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