Donnerstag, 27. März 2008

Polnischer Premier boykottiert Olympia:
Fordert gemeinsame EU-Initiative zu Tibet

  • Donald Tusk wird im Sommer nicht nach China reisen
  • Dissidenten planen Protest gegen Coca Cola & Adidas

Wegen des chinesischen Vorgehens in Tibet hat sich der polnische Premier Donald Tusk entschieden, im Sommer nicht nach China zu fahren. "Ich habe nicht vor, an der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Peking teilzunehmen", sagte Tusk gegenüber der Tageszeitung "Dziennik". Tusk ist der erste europäische Regierungschef, der den Boykott der Olympischen Spiele ansagte.

Das polnische Außenministerium erwägt, die Europäische Union zu einer entschiedeneren Haltung gegenüber Peking zu drängen. "Wir möchten das Interesse an dem Problem steigern", bestätigte der Vize-Außenminister Ryszard Sznepf gegenüber der "Dziennik". Die Erfolgschancen der Initiative scheinen groß, weil immer mehr europäische Führungspolitiker den Boykott der Eröffnungszeremonie in Betracht ziehen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy sagte, dass er den Boykott der Eröffnungszeremonie nicht ausschließt, falls die chinesische Regierung ihre Politik in Tibet nicht ändere.

Vize-Außenminister Witold Waszczykowski ist der Meinung, dass Brüssel über ernsthafte Druckmittel gegenüber Peking verfüge, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht: Abbruch des Transfers neuester Technologien, Annullierung der Rüstungsverträge und Zugangsbegrenzung zum europäischen Markt.

Dissidenten fordert Boykott von Coca Cola und Adidas
Eine Gruppe ehemaliger polnischer Dissidenten ruft indes zum Boykott von Coca Cola und Adidas als den Hauptsponsoren der Olympischen Spiele auf. "Ich werde weder Coca-Cola noch Adidas-Schuhe kaufen, wenn sie sich nicht aus dem Sponsoring der Olympischen Spielen in China zurückziehen" - solche Anzeigen sollen am 31. März in vier polnischen Zeitungen veröffentlicht werden. (apa/red)

27.3.2008 15:49