Montag, 24. März 2008

Doppel-Triumph für Serbiens Tennisstars:
Ivanovic und Djokovic recken Pokale hoch

  • Djokovic nach Australian Open mit 2. wichtigen Titel
  • Russin Kusnezowa gegen Tennis-Beauty ohne Chance

Ein serbischer Doppelsieg und ein gestrauchelter Primus - das erste Masters-Tennis-Turnier der Saison in Indian Wells war gespickt mit Überraschungen. Während Lokalmatador Mardy Fish in der Wüste Süd-Kaliforniens für Furore sorgte, fegten zwei 20-Jährige die Konkurrenz vom Hartplatz und unterstrichen die neue Macht des serbischen Tennis. Novak Djokovic gewann gegen Fish mit 6:2,5:7,6:3 und schnappte dem Schweizer Roger Federer, der im Halbfinale an Fish gescheitert war, auch den zweiten wichtigen Titel des Jahres weg. Ana Ivanovic besiegte Swetlana Kusnezowa aus Russland mit 6:4,6:3.

"Es war ein fantastischer Start ins Jahr für mich", meinte Djokovic, der Federer im Jänner bei den Australien Open bereits hinter sich gelassen und seinen ersten Grand-Slam-Titel geholt hatte. "Ich wollte dieses Jahr eigentlich nur beständig spielen, ein Masters-Finale erreichen und ein Grand-Slam-Turnier gewinnen. Das alles habe ich jetzt schon in sehr, sehr kurzer Zeit geschafft", freute sich der Weltranglisten-Dritte, der nach 2:05 Stunden den sensationellen Siegeszug von Federer-Bezwinger Fish gestoppt hatte.

Der 26-jährige Fish hatte nacheinander den Weltranglisten-Vierten Nikolai Dawydenko (Russland), den zweifachen Indian-Wells-Sieger Lleyton Hewitt (Australien), die Nummer sieben der Setzliste, David Nalbandian (Argentinien), und in der Vorschlussrunde eben den Weltranglisten-Primus aus der Schweiz besiegt. "Das war eine unglaubliche Woche für mich", sagte Fish. Die Nummer 98 der Welt sprach von Indian Wells als seinem Lieblingsturnier und nannte den (Halbfinal-)Samstag "einen der besten Tage meines Lebens".

Fish dominierte Federer
Aus gutem Grund. Denn an diesem Tag gelang es ihm, den dreifachen Champion Federer nicht nur zu bezwingen, sondern in nur 65 Minuten regelrecht zu düpieren. Derart war der weltbeste Tennisspieler aus der Schweiz zuletzt im April 2005 vorgeführt worden, als er im Viertelfinale von Monte Carlo dem Franzosen Richard Gasquet genauso klar unterlegen war. "Mardy hat unglaublich gut gespielt und es sah so aus, als wenn er unschlagbar war. So hat mich schon lange keiner mehr dominiert", betonte Federer.

Der zu Beginn der Saison vom Pfeiffer'schen Drüsenfieber geschwächte Schweizer wartet in diesem Jahr weiterhin auf seinen ersten Finaleinzug. Gut möglich, so meinte Federer, dass ihn die Viertelfinal-Absage von Thomas Haas ein wenig aus dem Rhythmus gebracht habe. Haas machte, zweieinhalb Stunden vor seinem Duell gegen Federer wegen einer Entzündung der Nasennebenhöhlen einen Rückzieher.

Ivanovic im Eiltempo
Die Topgesetzte Ivanovic entschied das Frauen-Finale nach 81 Minuten für sich und verlängerte somit die Serie der verloren Endspiele von Kusnezowa, die in acht ihrer vergangenen neun Finali ohne Sieg blieb. Bereits im vergangenen Jahr war sie im Endspiel von Indian Wells gescheitert - damals gegen die Slowakin Daniela Hantuchova. (apa/red)

24.3.2008 11:54