Frankreich stoppt den Dioxin-Mozzarella: EU-Kommission fordert strenge Maßnahmen
- In 25 Käsereien liegt Dioxin-Gehalt über Grenzwert
- Keines der Produkte wurde in EU-Länder exportiert

Nachdem Südkorea und Japan den Import von italienischem Dioxin-Mozzarella stoppten, hat nun Frankreich den Verkauf von Büffel-Mozzarella aus der süditalienischen Region Kampanien verboten. Es handle sich um eine Vorbeugungsmaßnahme, da das französische Gesundheitsministerium Qualitätstests durchführen wolle, berichteten italienische Medien.
Die italienische Polizei setzte Kontrollen in kampanischen Molkereien durch. Lebensmittelkontrolleure sehen einen möglichen Zusammenhang des Dioxin-Skandals mit der Müllkrise in der süditalienischen Region, wo der Großteil des Mozzarellas produziert wird.
Forderungen der EU-Kommission
Die EU-Kommission hatte eine Rückholung der betroffenen Produkte vom Markt sowie eine vollständige Auflistung der Sicherheitsmaßnahmen von den italienischen Behörden gefordert. Weitere Sanktionen könnten vom Rückruf bis zu einem Embargo für sämtliche betroffenen Produkte reichen.
Der italienische Landwirtschaftsminister Paolo De Castro erklärte, dass die Regierung Prodi alle Informationen nach Brüssel weitergegeben habe. "Es gibt kein Gesundheitsproblem", sagte der Minister. Mozzarella mit einem leicht über dem Grenzwert liegenden Dioxin-Gehalt sei erst dann schädlich, wenn ein Mensch sieben Kilo davon esse, sagte De Castro. Die Situation sei unter Kontrolle.
Leicht über Grenzwert
In mindestens 25 Mozzarella-Käsereien in Kampanien sind bei Kontrollen erhöhte Werte der giftigen Substanz Dioxin gefunden worden. Die Angaben wurden an die EU-Kommission in Brüssel weitergeleitet. Wie die zuständige Kommissionssprecherin sagte, liegen die Werte laut den italienischen Informationen "leicht über den Grenzwerten".
Rom habe zudem mitgeteilt, dass keine der Büffelkäse-Produkte in europäische Länder oder in Drittstaaten exportiert worden seien, berichteten italienische Medien. Betroffen seien nur wenige der rund 1.900 Bauernhöfe Kampaniens. Diese seien unter Quarantäne gestellt worden. Die italienischen Behörden hatten in der vergangenen Woche zugegeben, dass in 66 Büffelherden nahe Neapel ein überhöhter Wert des krebserregenden Dioxins festgestellt wurde.
In Italien werden jährlich rund 33.000 Tonnen Mozzarella hergestellt, eine Viertelmillion Büffel liefern die Milch für die Spezialität. Etwa 80 Prozent des weißen Käses stammt aus Kampanien. 16 Prozent sind für den Export bestimmt. Die Mozzarella-Schutzgemeinschaft warnte, schon jetzt sei der Absatz um rund ein Drittel zurückgegangen.
Kein Dioxin-Mozzarella in Österreich
Der durch Dioxin belastete Büffel-Mozzarella aus der italienischen Region Kampanien sei nicht nach Österreich importiert worden. Sicherheitshalber würden die Listen jetzt noch einmal überprüft, sollte man auf das Produkt stoßen, würden umgehend Analysen durchgeführt, hieß es im Gesundheitsministerium in Wien.
Bei der AGES, der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, sind nach Angaben von Sprecher Oskar Wawschinek bisher keine Meldungen eingelangt, wonach in irgendeinem EU-Land durch Dioxin belasteter Mozzarella gefunden worden sei.
(apa/red)
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