Kämpfe in Basra & Bagdad eskalieren: Mehr als 50 Tote - auch Kinder & Frauen darunter
- Ministerpräsident Maliki stellt Mahdi-Armee Ultimatum
- US-Attacke gegen mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen

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Bei fortgesetzten Gefechten in der Hafenmetrople Basra am Persischen Golf und in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind zuletzt über 50 Menschen ums Leben gekommen, unter den Opfern sollen auch Zivilisten - v.a. Frauen und Kinder - sein.
Irakische Sicherheitskräfte und Kämpfer der Mahdi-Miliz des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr (34) lieferten sich auch in der Ölstadt Basra den zweiten Tag in Folge heftige Kämpfe. Dabei starben seit Ausbruch der Gefechte über 40 Menschen, 200 wurden verwundet, wie ein Vertreter der Gesundheitsbehörden sagte. Bisher schritten bei den Kämpfen dem Vernehmen nach keine britischen oder amerikanischen Soldaten ein. Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki, der sich seit Montag in Basra aufhielt, sprach von einem "rein irakischen" Militäreinsatz, denn die britischen Truppen hatten am 16. Dezember die Kontrolle über die 2-Mio-Einwohner-Stadt an die Iraker übergeben.
Maliki stellt Mahdi-Armee ein Ultimatum
Angesichts der heftigen Kämpfe in Basra - die zweitgrößte Stadt im Land hat wegen seiner Erdölfelder und seines Hafens große wirtschaftliche Bedeutung - stellte Ministerpräsident Maliki der Mahdi-Armee ein Ultimatum. Wer innerhalb von 72 Stunden - also bis Samstag - die Waffen abgebe, werde nicht verfolgt. Für alle anderen Kämpfer werde es "härteste Strafen" geben. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte im Staatsfernsehen, ein Stadtviertel in Basra hätten die Sicherheitskräfte bereits "befreit".
Kämpfe in Sadr-City
In Sadr City, einem armen Stadtviertel von Bagdad, gingen die Kämpfe mit der schiitischen Mahdi-Armee ebenfalls weiter. Dort starben nach Angaben eines Mitarbeiters einer örtlichen Gesundheitsbehörde 14 Menschen. Mehr als 140 Personen wurden verwundet, darunter auch Frauen und Kinder, die zwischen die Fronten geraten waren. Im Gegensatz zu Basra sind an der Seite der irakischen Regierungstruppen auch US-Soldaten involviert.
Mindestens fünf Menschen mit Granaten getötet
In der Hauptstadt wurden außerdem mindestens fünf Menschen durch zwei Anschläge mit Granaten getötet, mehrere Menschen wurden verletzt: Im südwestlichen Stadtteil Rissala wurden demnach drei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt. In dem zentralen Viertel Karrada töteten die Granaten zwei Menschen, dort wurden zudem sieben Verletzte gezählt. In der sogenannten Grünen Zone wurden am Vormittag drei Mitarbeiter der US-Botschaft bei Explosionen verletzt. Die Grüne Zone ist der am stärksten gesicherte Stadtteil Bagdads, weil dort die US-Botschaft und das irakische Parlament liegen.
Die schiitische Mahdi-Miliz zeigte auch in Al-Amara starke Präsenz. Es war zunächst aber nicht bekannt, ob es in dieser Stadt auf circa halbem Weg zwischen Bagdad und Basra zu Kämpfen gekommen war. Augenzeugen berichteten, die Mahdi-Armee habe in der 50 km von der iranischen Grenze gelegenen 400.000-Einwohner-Metropole weitgehend die Kontrolle übernommen. "Es sind so gut wie keine Soldaten oder Polizisten auf den Straßen zu sehen", sagte einer von ihnen.
US-Attacke gegen mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen
Im zuletzt eher ruhigen Norden des Landes wurden bei einer Militäroperation der USA in Tikrit fünf Zivilisten getötet, unter ihnen drei Kinder. Elf weitere Menschen wurden nach Angaben der Polizei verletzt. Die US-Armee erklärte, die Attacke habe mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen gegolten, die auf die Soldaten geschossen hätten. Diese hätten versucht, sich in einem Wohnviertel zu verstecken und die Bewohner als "Schutzschilde" zu missbrauchen. Bedauerlicherweise seien mehrere Zivilisten getötet oder verletzt worden.
Nach irakischen Angaben wurden fünf Frauen, fünf Kinder und ein Mann in einem US-Militärlazarett behandelt. Bei den Todesopfern handelt es sich laut Polizei um vier Angehörige einer Familie sowie um einen Richter, der in einem benachbarten Haus wohnte. Der Richter Munaf Yassin sei nach dem ersten Angriff zu dem Haus der Familie gelaufen, um zu helfen. Auf dem Weg hätten ihn die Soldaten getötet. Nach dem Angriff, der mehrere Stunden gedauert habe, seien mehrere Männer gefangen genommen worden.
(apa/red)
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