25 Tote bei Kämpfen im irakischen Basra: Zentralregierung geht gegen Sadr-Miliz vor
- Die britische Armee ist in Kämpfen nicht involviert
- Muktada al-Sadr ruft beide Seiten zur Mäßigung auf

·Neue Kommentare zur Irakinvasion 2003
Die wichtigsten Stimmen der europäischen Presse
Bei Gefechten zwischen Milizionären der schiitischen Mahdi-Armee und irakischen Regierungstruppen sind in der südirakischen Hafenstadt Basra mindestens 25 Menschen getötet worden. Nach Angaben von Krankenhausärzten starben vor allem Soldaten und Polizisten, aber auch vier Zivilisten zählten zu den Opfern.
Die irakischen Behörden hatten in der vorwiegend von Schiiten bewohnten Stadt am Persischen Golf zuvor eine Ausgangssperre verhängt. Alle Schulen wurden bis auf weiteres geschlossen. Augenzeugen berichteten, auf dem Flughafen von Basra seien mehrere US-Kampfflugzeuge gelandet.
Angriff gegen Sadr-Miliz
Die Mahdi-Armee gehört zur Bewegung des radikalen Schiiten- Predigers Muktada al-Sadr. Dieser rief seine Anhänger und die Polizei zur Mäßigung auf. In einer Erklärung Al-Sadrs, die in der schiitischen Pilgerstadt Najaf veröffentlicht wurde, hieß es, auch die Religionsgelehrten sollte zu einem Ende der Gewalt aufrufen. Für den Fall weiterer Angriffe der Regierungskräfte auf seine Bewegung drohte er mit einem landesweiten Generalstreik, ohne aber auszuführen, wie dieser umgesetzt werden soll.
Unterdessen beaufsichtigte der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki den Militäreinsatz in Basra persönlich. Maliki sei bereits am Anfang der Woche mit einer Delegation eingetroffen und befinde sich in einem Stützpunkt der irakischen Armee, sagte ein britischer Militärsprecher. Eine andere Vertreterin der britischen Armee betonte, britische Soldaten seien an dem Einsatz nicht beteiligt. Dieser sei "rein irakisch".
Zentralregierung will Kontrolle gewinnen
Die irakische Regierung ist Beobachtern zufolge erzürnt darüber, dass die Schiiten-Milizen und Schmugglerbanden die Kontrolle über das Ölgeschäft an sich reißen und Basra damit zunehmend in Anarchie versinkt. "Es wird sehr schwer für die Zentralregierung, die Kontrolle zurückzugewinnen", sagte Joost Hiltermann von der International Crisis Group in Istanbul. "Es gibt viele bewaffnete Gruppen, die darauf bedacht sind, ihren Anteil am Ölgeschäft zu behalten."
Die US-Armee berichtete unterdessen, die Koalitionstruppen hätten in der Nacht unweit von Basra fünf Extremisten getötet, die gerade einen Sprengsatz platziert hätten. Bereits zuvor seien durch einen Sprengstoffanschlag nahe der Stadt Bakuba zwei Kinder ums Leben gekommen.
(apa/red)
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